Home Kolumne Arm, aber glücklich – in Augsburg! So geht’s auch…
Arm, aber glücklich – in Augsburg! So geht’s auch…
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Arm, aber glücklich – in Augsburg! So geht’s auch…

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Fuggerei: In dieser Siedlung in Augsburg zahlt man 0,88 € Jahresmiete.

In dieser Siedlung im bayerischen Augsburg kann man tatsächlich für 0,88 Euro Jahresmiete wohnen – kein Scherz!  Die sogenannte Fuggerei ist die älteste Sozialsiedlung der Welt und wurde 1521 von Jakob Fugger ins Leben gerufen, seinerzeit der bedeutendste Bankier Europas. Sie wurde speziell für bedürftige Menschen gestiftet, die seit jeher drei Bedingungen erfüllen müssen, um Wohnrecht zu erhalten: Sie müssen Augsburger sein, katholischen Glaubens und „würdige“ Arme. In früheren Zeiten wurden zudem täglich ein gesprochenes Vater Unser, ein Glaubensbekenntnis und ein Ave Maria für die Stifterfamilie erbeten.

Noch immer nennen 150 Menschen die Fuggerei ihr Zuhause, in 67 Häusern mit insgesamt 140 Wohnungen. Die Siedlung ist von eigenen Stadtmauern mit drei Toren umgeben. Das Haupttor wird jeden Abend zwischen 22 Uhr bis 5 Uhr verschlossen und von einem Nachtwächter bewacht. Bewohner, die zu einem späteren Zeitpunkt heimkehren, müssen dann 50 Cent abtreten. Mehr als die halbe Jahresmiete – das sollte man also tunlichst vermeiden! Die heutzutage unvorstellbar niedrige Jahres(kalt)miete leitet sich übrigens vom historischen Mietspreis von einem Rheingulden (umgerechnet circa 88 Cent) ab.

Auch wenn man nicht als Bewohner in Frage kommt, kann man der Fuggerei zumindest als Tourist einen Besuch abstatten. Wirklich bemerkenswert, dass sich dieses Konzept schon fast seit 500 Jahre bewährt hat!

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