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Das Innere Kind – was ist das?

Das Innere Kind – was ist das?

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© chokchaipoomichaiya by istock photo

Das „Innere Kind“ steckt in jedem von uns und beherrscht unser Handeln. Tagtäglich und immer und immer wieder. Doch was ist das Innere Kind eigentlich?

Fast jeder hat schon einmal etwas von einem so genannten „Inneren Kind“ gehört. Aber was ist das und warum ist es so wichtig?

Hier ist ein Beispiel, wie es wirken kann, dieses Innere Kind. Jemand fühlt sich ungerecht behandelt und nicht gewürdigt, in Kleinen oder im Großen und möchte gern für sich selbst einstehen. „Moment mal, jetzt bin ich dran“ oder auch: „Nein, das möchte ich nicht“ liegt es demjenigen auf der Zunge.

Doch was sagt er? Nichts. Oder „Ja.“

Wie fühlt er sich wohl dabei? Schlecht natürlich. Ausgenutzt. Nicht gesehen. Und mal wieder ohnmächtig.

All das stimmt auch. Er ist ausgenutzt worden, wurde nicht gesehen und er war in dieser Situation ohnmächtig. Doch warum? Und durch wen wurde derjenige, der nicht Nein sagen konnte, ausgenutzt?

Genau hier kommt das Innere Kind ins Spiel. Wenn man als Kind funktionieren musste, in dem man Leistung erbrachte, still war, keine Ansprüche stellte, oder wie auch immer dieses „Funktionieren“ aussah, dann tut man das auch heute noch. Und oft genug wider besseren Wissens.

Immer dann, wenn ein sogenannter emotionaler Trigger angestoßen wird. Da kann sich der Verstand noch so über einen wundern, das Gefühl ist nach wie vor kindlich, wenn es bestimmte Auslöser gibt. Warum ist das so, warum weiß man so oft nicht, dass man jetzt erwachsen ist? Und warum ist man nicht in der Lage, entsprechend zu handeln?

Das hat mit dem Gehirn selbst zu tun.

Die kindlichen Erfahrungen sind in einem Gehirnteil gespeichert, der viel älter und stärker ist als der erwachsene Verstand und das bewusste Ich. Als Kind hing das Überleben davon ab, dass es jemanden gab, der das Kind versorgte. Also tat dieses Kind unbewusst alles, was in seiner Macht stand, um die Versorger bei Laune zu halten.

Noch einmal, das kann man nicht oft genug lesen: das Überleben des Kindes hing davon ab und das Gehirn weiß das. Heute ist es anders. Als Erwachsener kann man sich aus eigener Kraft versorgen, doch diese Anteile im Gehirn, die nach wie vor für das Überleben sorgen wissen das nicht. Sie haben eine bestimmte Anpassungs-Strategie gelernt, damit das Kind versorgt wurde und die behält das Innere Kind bei, egal, wie erwachsen, erfolgreich und gebildet jemand heute auch sein mag. Aber nur solange, solange das alles unbewusst geschieht.

In dem Moment, in dem man anerkennt, dass es dieses Innere Kind gibt und die Verantwortung für dieses Innere Kind übernimmt, erkennt das Gehirn: es ist jetzt anders, ich kann mich selbst versorgen, ich brauche es anderen nicht mehr um jeden Preis recht zu machen, damit ich nicht verhungere.

Die Ohnmacht, die viele Menschen spüren, wenn sie für sich selbst einstehen wollen, ist die Angst des Inneren Kindes, nicht mehr geliebt und nicht mehr versorgt zu werden, wenn es beispielsweise aufsässig ist. Und letztlich steckt dahinter die Angst, zu sterben. Das klingt dramatisch, ja, es ist auch dramatisch. Deshalb nutzt es nicht viel, sich selbst zu erzählen, dass es doch nicht so schwer sein kann, einfach mal Nein zu sagen. Für dass Innere Kind ist Nein sagen einfach keine Option.

Was nun? Man könnte sich einmal vorstellen, dass es dieses Innere Kind gibt, das wie früher einfach nur geliebt werden will. Das Angst vor Ablehnung hat, das aber auch sehr fantasievoll und fröhlich sein kann. Denn das Innere Kind hat sehr viele Aspekte, sehr verletzte, aber auch sehr fröhliche und sonnige. Leider kommen die fröhlichen Anteile nicht zum Tragen wenn das verletzte Innere Kind um sein Überleben kämpft.

Es ist sehr hilfreich, sich dieses Innere Kind als einen Anteil in sich selbst vorzustellen. Warum? Weil dadurch jetzt zwei Anteile vorhanden sind: es gibt das Innere Kind und es gibt den Erwachsenen! Die neue Situation macht handlungsfähig, man ist seinen Gefühlen nicht mehr blindlings ausgeliefert. Weiterhin könnte man sich vorstellen, der Erwachsene nimmt das Innere Kind in den Arm und sagt ihm: „Bei mir bist du sicher, ich beschütze dich.“

Was geschieht dadurch? Etwas in einem atmet womöglich auf, wird leichter, fühlt sich freier.

Falls man nun eine Situation erlebt, in der man sich ohnmächtig fühlt, nicht sagen kann, was man wirklich will, dann hilft dieses innere Bild: Der Erwachsene und das Innere Kind sind wie die beiden Figuren in einem Wetterhäuschen. Es kann immer nur eine der beiden Figuren vorne sein. Wenn man sich ausgeliefert fühlt, schiebt man einfach bewusst den Inneren Erwachsenen nach vorne und das Innere Kind nach hinten! Probiert man das aus, merkt man, dass man sich gleich kraftvoller und klarer fühlt, nicht so verletzlich. Damit ist man wieder handlungsfähig und kann das Leben auf neue Weise meistern – nicht mehr aus der Vermeidung heraus, sondern erfüllt von einem tiefen Ja zu dem, was das Leben so mit sich bringt.

Susanne Hühn/University of Happiness bei Bild der Frau

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