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Der sechste Sinn ist nichts magisches
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Der sechste Sinn ist nichts magisches

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Jeder kennt es: Das Gefühl tiefer Verbundenheit mit einem Menschen, das Gefühl „auf einer Wellenlänge zu sein“, den anderen in seinem tiefsten Wesen zu erkennen und zu verstehen. Dieser „sechste Sinn“, der uns in die Lage versetzt, einen anderen Menschen auf einer umfassenderen Ebene zu verstehen, wurde nun auch wissenschaftlich nachgewiesen.

Schon länger ist bekannt, dass sich die Gehirne von Menschen während eines tiefen Gesprächs soweit synchronisieren, bis die Gehirnwellen völlig deckungsgleiche Muster aufweisen – die Menschen „schwingen“ sich im wahrsten Sinne des Wortes aufeinander ein. Nun hat eine fünf Jahre dauernde Studie den Effekt näher untersucht.

Fast unheimliches Einschwingen

Beobachtet wurde dabei die Synchronisation von Gehirnwellen, Herzfrequenz und Hautwiderstand zwischen Therapeuten und Klienten in Therapiesitzungen. Das Ergebnis war erstaunlich: Das Nervensystem synchronisierte sich sogar, wenn kein physischer Kontakt stattfand – alle Werte schwangen sich im Laufe des Gesprächs aufeinander ein.

Es ist wirklich fast unheimlich, wenn man sieht, wie all die Graphen sich langsam übereinander legen, wenn sie sich synchronisieren.

erklärt Senior Studienleiterin Sara Lal, von der University of Technology in Sydney. 

Auf eine interessante Entdeckung macht Trisha Stratford aufmerksam, die mit der Studie ihre Doktorarbeit abgeliefert hat.

 Das Spannenste ist, dass wenn wir in diesem Moment der Einheit oder diesem veränderten Zustand sind, plötzlich der Scheitellappen anfängt, rege Aktivität zu zeigen. Wenn das passiert, können wir unsere Gehirne und Körper auf einer tieferen Ebene lesen – mit einem sechsten Sinn.

Der Stirnlappen wird gewöhnlicherweise mit Vorstellungskraft, Imagination und Fantasie assoziiert – scheinbar gibt es eine enge Verbindung zwischen diesen Fähigkeiten und dem, was die Forscher als sechsten Sinn bezeichnen.

Es sieht fast so aus, dass wir unsere kreative Vorstellungskraft benutzen, um den anderen zu lesen, wenn uns über den sechsten Sinn tief mit jemandem verbinden,

meint Startfort zu diesem Phänomen.

Im Vergleich mit Videoaufzeichnungen zeigte sich ausserdem eine deutliche Veränderung der Körpersprache im Moment der Synchronisation und eine Veränderung des Fokus in den Augen.

Der sechste Sinn ist nichts magisches

Der sechste Sinn ist nichts magisches. Er ist etwas, wofür das menschliche Gehirn gebaut ist. Die Forschung zeigt, dass wir die Fähigkeit haben, Menschen auf einer tieferen Ebene zu verstehen, als in einem normalen Gespräch,

stellt Psychotherapeut Alan Meara fest, der die Studie begleitet hat.

Auch für die Forscher ist es noch immer faszinierend:

 Meine Energie interagiert mit dir, während du einfach nur dort stehst. Ich beeinflusse dein Gehirn und deinen Körper, indem ich einfach hier bin,

zeigt sich Stratford begeistert.

Dieser (sechste) Sinn sei wohlmöglich sowohl der Schlüssel zu erfolgreicher Therapie als auch Grundbedingung dafür, unsere Beziehungen auf eine neue Ebene zu bringen, erklärten die Forscher. Um den Effekt hervorzurufen, sei nichts weiter nötig, als sich dem Gesprächspartner entspannt zu öffnen und mit unserer ganzen Aufmerksamkeit anwesend zu sein.

Aufmerksam- und Achtsamkeit sind nicht nur die Schlüssel zu einem glücklicheren Leben, sondern auch zu mehr Emphatie im Umgang mit sich selbst und anderen.

Du möchtest achtsamer werden? Emphatischer? Glücklicher? Deinen sechsten Sinn aktivieren? Dann schau doch mal bei 19 Schritte zum Glück oder die Kunst des Loslassens vorbei!

 

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