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Die kleine Wolke

Die kleine Wolke

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Eine kleine Wolke schwebte einmal über dem Meer. Sie fühlte sich ganz leicht und glücklich und lächelte zufrieden.

Während sie so am blauen Himmel daher zog und sich der Sonnenstrahlen erfreute, begegnete sie einem kleinen Vogel, der bitterlich weinte und sie fragte:“ Hast du meine Mama gesehen? Ich kann sie nirgendwo finden.“

Die kleine Wolke schaute dem kleinen Vogel freundlich in die Augen und sagte mit einer warmen und ruhigen Stimme:“ Nein, mein kleiner Freund! Deine Mama habe ich leider nicht gesehen. Aber du kannst aufhören zu weinen. Ich bin sicher, dass sie ganz in deiner Nähe ist. Wenn du nur ganz feste daran glaubst, wirst du bald schon wieder mit ihr zusammen fliegen können.“

Der kleine Vogel spürte eine große Vertrautheit in der Stimme der Wolke und hörte auf sie. Er glaubte ihr und wollte ihr ganz herzlich danken, als auch schon seine Mutter auf ihn zuflog und ihn liebevoll den Rücken schnäbelte.

„Vielen, vielen Dank, liebe Wolke“, freute er sich,“ wie soll ich dir nur danken?“, fragte er die kleine Wolke.
„Du brauchst mir nicht zu danken.“ erwiderte die Wolke lächelnd,“ danke dir selber für dein Vertrauen und nvergiss nie, wenn du dir selbst vertraust, kann dir nichts passieren!“
Der kleine Vogel nahm diese Worte mit auf seinen Weg und verankerte sie tief in seinem Herzen.
Die kleine Wolke zog weiter am himmelblauen Horizont und freute sich für den kleinen Vogel.

Nach einer Weile bemerkte die kleine Wolke unter sich einen Heißluftballon. In seinem Korb hockte ganz traurig ein Mädchen und schluchzte bitterlich. Sie hielt ihr mit Tränen bedecktes Gesicht in ihren Händen und bebte am ganzen Körper. Verzweifelt schaute sie zum Himmel und sah die kleine Wolke, wie sie so schwerelos dahin zog.

„Wieso kannst du so leicht und schön deinen Weg ziehen,“ fragte sie neidisch die kleine Wolke, „während ich in meinem fetten, hässlichen Körper gefangen bin und kein Mensch mich leiden kann.“

Die kleine Wolke umhüllte liebevoll den Ballon mit dem Mädchen und sagte: „Spürst du die Leichtigkeit um dich herum? Es ist deine eigene, deine innere Leichtigkeit! Sie ist immer da, wenn du ihr vertraust. Vertraue nicht deinem Körper, vertraue deiner inneren Stimme, die dir sagt, wie leicht und schön du wirklich bist. Du bist nicht nur dein Körper! Du bist ein wunderschönes Geschöpf, geschaffen um sich zu erinnern, wie vollkommen du wirklich bist! Dein Körper ist nur ein Werkzeug, eine Hülle, – er hilft dir, in deinem Leben Erfahrungen zu sammeln und den Sinn zu erkennen, warum das Leben so ist, wie es ist.“

„Wer sagt mir, dass ich dir trauen kann?“ fragte das Mädchen und schien schon viel ruhiger.
„Vertraue nicht mir, vertraue dir selber, nur du weißt, was für dich richtig ist! Ganz tief in dir steckt alle Weisheit, dein großer Schatz, den nur du ganz alleine finden kannst. Du hast ihn selbst versteckt, aber vergessen, was in ihm steckt und wo du ihn begraben hast. Jeder Mensch hat diesen Schatz und ist auf der Suche nach ihm, auch wenn er es gar nicht weiß. Deinen Schatz zu heben erfordert allerdings viel Mühe! Du wirst dich erst ganz verlieren und dich voller Vertrauen auf Neues einlassen müssen. Alles was war, ist nicht mehr wichtig und alles was kommt, braucht dich nicht ängstigen. Die Wirklichkeit ist jetzt und hier, in allem was ist, in diesem Moment! Wenn dir das klar ist, bist du einen großen Schritt weiter zu deinem Schatz.“

Die kleine Wolke wollte nicht noch mehr verraten und lächelte geheimnisvoll.

„Es klingt alles so wunderschön und es ist mir, als ob das alles, was du mir erzählt hast, mir gar nicht so fremd erscheint! Ich fühle mich schon viel leichter und danke dir für deine weisen Worte!“ wollte sich das Mädchen verabschieden.
Die kleine Wolke aber konnte es nicht lassen, dem Mädchen noch etwas mit auf ihren Weg zu geben, „Glaubst du wirklich, dass es meine weisen Worte waren? Ich sage dir noch einmal: Vertraue nur dir selber … oder können Wolken wirklich sprechen?“
Das Mädchen verstand, dankte sich selbst und schwebte weiter.

Die kleine Wolke strotzte voller Heiterkeit und Übermut, da erblickte sie in der Ferne einen riesigen Berg.
Auf seinem Gipfel sah sie, als sie näher kam, einen jungen Mann. Er schien verwirrt zu sein und endlos traurig. In seinem Gesicht spiegelte sich sein ganzes Schicksal. Die Schwere seines Lebens ertrank in seinen Augen. Er war gezeichnet von Leid, Enttäuschung und Verletzlichkeit. Seine hagere Statur stand gebeugt an einem Abgrund. Seine Angst hinderte ihn noch daran, den einen Schritt zu machen, der ihn von allem Übel befreien sollte.

Die kleine Wolke umfing den Mann mit all ihrer Heiterkeit und sie tränkte mit ihrer leuchtend weißen Feuchtigkeit seine Kleider, Haut und Haare.
Er spürte die Nässe und sprach: „Du hast mir gerade noch gefehlt! Mir bleibt aber auch nichts erspart! Selbst jetzt, wo ich doch nur noch den Mut finden will, mein erbärmliches Leben zu beenden, kommst du daher und machst wieder alles schwer!“

„Entschuldige bitte“, sagte die kleine Wolke, „aber, ich bin es nicht, die dir das Leben oder deinen Abschied schwer macht, dass bist du selber!“
Erstaunt wundert sich der Mann :“Wie kommst du denn darauf ? Was willst du damit sagen? Was kann denn ich dafür, dass mein ganzes Leben ein Desaster war, obwohl ich mich immer bemüht habe, alles richtig zu machen? Oder was kann ich dafür, dass mich keiner leiden konnte, obwohl ich es immer allen recht machen wollte?“

„Wer hat dir denn gesagt, was richtig ist?“ fragte ihn die kleine Wolke. „Ja, wer schon? Meine Eltern, meine Freunde, meine Kollegen, meine Frau, meine Kinder… alle, mit denen ich so zu tun hatte! Ach ja… da war auch noch unser Pastor, ich war nämlich mal Messdiener. Ich bin sehr gläubig erzogen worden … jeden Sonntag in die Kirche, ob wir wollten oder nicht!“ Der Mann erzählte, wie es ihm ergangen war und schimpfte auf alles und jeden, und suchte alle Schuld für sein „Unglück“ bei seinen Mitmenschen, nur nicht bei sich selbst.

Die kleine Wolke hörte ihm liebevoll zu und sprach voller Mitgefühl: „Ich verstehe deinen Unmut und deine Ansicht. Und aus deiner Sicht, ist das, was du siehst auch die Wahrheit. Aber es ist nur deine Wahrheit, die Wahrheit die du in deinem Leben erfahren hast, durch deine Eltern, die dir von Anfang an gesagt haben, was richtig oder falsch ist. Auch deine Freunde, Nachbarn und Kollegen, sowie alle Menschen, denen du begegnet bist, haben dir immer wieder gesagt und gezeigt, was richtig ist. Und du hast ihnen vertraut ohne dich zu fragen, ob es auch wirklich für dich richtig oder falsch ist.“

Der Mann wurde hellhörig: „Du hast Recht! Ich habe mich selbst dabei vergessen. Aber, meine Eltern hatten doch die größere Erfahrung und mussten es doch besser wissen!“

„Was für deine Eltern richtig war, muss noch lange nicht für dich richtig sein! Du hast das Recht, alle deine Erfahrungen selber zu machen, um durch sie zu lernen!“ sagte die kleine Wolke und freute sich, dass der Mann so gesprächig ist. Fast schien es, als ginge er ein paar Schritte zurück vom Abgrund.

„Warum haben sie sich dann nicht aus meinem Leben herausgehalten?“ fragte er vorwurfsvoll.

„Weil sie es gut mit dir meinten!“ bekam er zur Antwort.

„Aber es war nicht gut, alles lief verkehrt, mein ganzes Leben haben sie zerstört. Hätte ich doch bloß nicht auf sie gehört, sowie auf alle anderen guten Ratschläge meiner Freunde. Alle, auch der Pfarrer haben sich eingemischt und ich Idiot wollte ihnen allen alles Recht machen. Doch jetzt kann ich nicht mehr! Jetzt ist Schluss!“ Er trat wieder näher an den Abgrund.

„Und du meinst., dass du nun das Richtige tust?“ fragte die kleine Wolke ganz vorsichtig.

Der Mann besann sich und trat wieder zurück:“ Wieso fragst du das?“

„Wer hat dir denn gesagt, dass es richtig ist, deinem Leben ein Ende zu machen?“ Die kleine Wolke fühlte, dass er ganz verdutzt war, als er auf ihre Frage antwortete: “ Tja … hmmm … keiner! Ich habe es mir gesagt.“

“ Aha“, flüsterte die kleine Wolke und spürte, wie der Mann einen tiefen Atemzug tat bevor er sagte: „Jetzt weiß ich, worauf du hinaus willst! Ja, dieses mal habe ich auf mich selbst gehört und nicht auf die anderen. Und da sonst immer alles falsch war, muss es ja jetzt die richtige Entscheidung sein! Ich danke dir für deine weisen Worte, kleine Wolke!“

Bevor der Mann sich wiederum dem Abgrund näherte und willens war zu springen, setzte sie ihm entgegen: „Halt!“

„Was willst du noch? schrie sie der Mann ärgerlich an. „Möchtest du, dass mich wieder der Mut verlässt?“

„Es hat nichts mit Mut zu tun, seinem Leben ein Ende zu machen,“ sprach die kleine Wolke, „es ist viel mutiger, sein Leben zu leben, mit all seinen Höhen und Tiefen, in der Erkenntnis, dass man für sein Leben und allem, was man tut, die volle Verantwortung trägt. Wenn du dich für dein Leben entscheidest, und den Mut hast, es in deinem Sinne zu leben, wirst du dir ein Leben schaffen können, wie du es verdienst.“

Der Mann ließ sich nach hinten fallen, schloss die Augen und verweilte einige Minuten reglos auf dem nassen Boden. Die kleine Wolke stieg empor damit die Sonnenstrahlen den Körper des Mannes erreichen um ihn zu wärmen. Er war eingehüllt im goldenen Licht der Sonne und langsam richtete er sich zum Sitzen auf.

„Endlich habe ich es begriffen, ich muss den Mut haben, NEIN zu sagen, wenn ich es nicht will! Ich muss den Mut haben, JA zu sagen, wenn ich meine, dass es richtig für mich ist! Ich muss den Mut haben, es mir recht zu machen und niemanden sonst! Ich muss den Mut haben, mich so zu nehmen, wie ich bin! Ich muss mich einfach nur selbst lieben!!!“

Er strahlte und seine Worte klangen wie ein großes Sinfonie-Orchester.

Die kleine Wolke wollte gerade weiter ziehen, als sie hinter sich seinen Ruf hörte: „Ich will leben!!!“

Voller Freude und Liebe schwebte die kleine Wolke immer weiter und weiter, bis sie die ganze Erdkugel umrundet hatte. Da fühlte sie ganz plötzlich, dass sie Lust hatte, sich aufzulösen und sie begann, sich in viele, kleine, sanfte Regentröpchen aufzuspalten. Wie sie so auf die Erde hinunterfiel sah sie unter sich am Strand ein Mädchen und einen jungen Mann, die sich in zärtlicher Umarmung küssten und sich nichts daraus machten, die nassen Tropfen auf ihrer Haut zu spüren. Das Paar stand dort, inmitten des Regens und weder die Vergangenheit noch die Zukunft hatten eine Chance, dieses Glück zu stören.

In diesem einzigem Augenblick hatte sie ihren Schatz gefunden und der junge Mann sein Leben!

Einen kurzen Moment hielten die beiden inne…war da nicht wieder diese Stimme? Aber sie hörten nur ganz deutlich und laut, vergnüglich zwei Vögel zwitschern, ein kleiner mit seiner Mama!

…und die Regentropfen verdunsteten auf ihrer Haut!

Autorin: Cäcilia Wentker

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