Home Glossar Freitag der 13te – von Göttern, Geld & Katzen!
Freitag der 13te – von  Göttern, Geld & Katzen!
0

Freitag der 13te – von Göttern, Geld & Katzen!

0
4095575627_f0c94b6e0c_o
© Barbara Piancastelli/Flickr

Von schwarzen Freitagen und schwarzen Katzen

Freitag, der 13.: Mal ganz ehrlich – ist da nicht jedem ein bisschen mulmig zumute? Aber wieso eigentlich? Wie entstand denn die Angst vor dem vermeintlichen Unglückstag?

Selbsterfüllende Prophezeiung

So mancher Aberglaube lässt sich als „selbsterfüllende Prophezeiung“ verstehen. Dieser soziologische Begriff bedeutet: Wenn man fürchtet, dass am Freitag den 13. mehr schief geht als sonst, wird das auch passieren. Das eigene Verhalten führt dazu, dass sich die Erwartungen bestätigen.Die Angst vor der Zahl 13 ist der vielleicht am weitesten verbreitete Aberglaube. Es gibt sogar einen psychologischen Fachausdruck dafür: „Triskaidekaphobie“ heißt die übersteigerte Furcht vor der 13. So lassen z.B. viele Hotels die Zimmernummer 13, viele Fluggesellschaften die Reihe 13 aus, um Probleme zu vermeiden.

Was ist an der 13 so schrecklich?

Eine Erklärung stammt aus der Bibel: Am letzten Abendmahl sollen insgesamt 13 Personen teilgenommen haben. Der 13. war Judas, der Jesus kurz darauf verriet.

Eine ganz andere Deutung reicht bis zu den Anfängen der Menschheit:

Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen waren die menschlichen Urgesellschaften Matriarchate. Das heißt, Frauen hatten entscheidenden Einfluss auf die kulturellen und sozialen Errungenschaften der Vorgeschichte.

Fundstücke aus der Altsteinzeit zeigen, dass die ersten Menschen ihre Zeit nach Mondmonaten einteilten. Eine Mondphase von 28 Tagen entsprach dem weiblichen Menstruationszyklus. Ein Mondjahr hatte 13 Monate (13 x 28 Tage = 364 Tage). Das Wort Menstruation hat übrigens seine Wurzel im lateinischen „mensis“, also „Monat“.

Vom Mondmonat zum Sonnenkalender

Spätere Kulturen orientierten sich in ihrer Zeitrechnung nicht mehr am Mond, sondern an der Sonne. Ein Sonnenjahr dauert exakt 365, 2422 Tage. Es ist gekennzeichnet durch vier herausragende astrologische Ereignisse: Zwei Sonnenwenden und zwei Tag-und-Nacht-Gleichen.

Damit sich die Zahl der Monate gleichmäßig auf die Jahreszeiten aufteilen ließ, musste sie also durch vier teilbar sein. Die zwölf Sonnenmonate waren geboren. Allerdings ging nun die Rechnung mit den Tagen nicht mehr auf. Deshalb sind die Monate im Sonnenkalender unterschiedlich lang.

Der Übergang von der 13 zur 12 bezeichnet also eine neue Zeitrechnung. Damit einher ging ein Umbruch der Gesellschaft. Das Patriarchat und seine männlichen Götter verdrängten die alte matriarchale Weltordnung mit ihren weiblichen Göttinnen.

Schwarzer Freitag

In diesem neuen Weltbild musste auch der Freitag suspekt sein. Denn Freitag ist der Tag der altnordischen Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin Freya. Und deren heilige Zahl war eben die 13.

Als es im Mai 1927 ausgerechnet am Freitag, den 13., an der Berliner Börse zu einem Kurssturz kam, machte bald der Ausdruck schwarzer Freitag die Runde. In diesem Begriffspaar verbinden sich gleich zwei abergläubische Vorstellungen: Der Freitag und die Dunkelheit. Die Farbe der Nacht, schwarz, war in vielen Kulturen ein Symbol der großen Muttergöttin.

Apropos schwarz – auch schwarze Katzen sollen ja bekanntlich Unglück bringen. Im alten Ägypten betete man dagegen noch eine Katzengöttin namens Bastet an. Und Freyas Wagen wurde von einer Schar von Katzen gezogen …

Doch so extrem wie bei denjenigen Mitmenschen, die an bestimmten Tagen zu Stubenhockern werden, ist der Aberglaube längst nicht bei jedem von uns ausgeprägt; er kann aber in mannigfaltigen Formen auftreten. Dabei unterscheidet man zwischen Symbolen, Ritualen, Zahlen, Amuletten und „Figuren“, wobei diese Figuren sowohl menschlicher als auch tierischer Art sein können.

Symbole

Symbole dienen dem Erlangen bzw. der Erhaltung von Glück; beispielsweise Hufeisen oder vierblättrige Kleeblätter.

Rituale

Rituale sind die wohl am weitesten verbreitete Form des Aberglaubens:

  • Abends keinen Müll mehr hinaus stellen, sonst trägt man das Glück mit raus
  • Einen Schornsteinfeger anfassen
  • Auf Holz klopfen
  • Über die Schulter spucken
  • „toi-toi-toi“ zu einem gefundenen Centstück sagen
  • Nicht rasieren (vor einem wichtigen Ereignis)
  • Bestimmte Kleidung tragen (zu einem wichtigen Ereignis)

Natürlich gibt es auch Rituale, durch deren Einhaltung Unglück verhindert werden soll, wie “nicht unter einer Leiter hindurch gehen”.

Zahlen

Zahlen haben ebenfalls im Bereich des Aberglaubens einen hohen Stellenwert. Zum einen wären da die sogenannten Glückszahlen, die meistens individuell sind. Besondere Daten, wichtige Ereignisse und Ähnliches werden gerne als persönliche „Lieblingszahl“ gewählt. Zum anderen gibt es die Unglückszahlen, wie beispielsweise 7 oder – ganz gravierend – besagte 13. Obwohl auch diese Zahl sicherlich ihre Liebhaber hat, sind deren Ablehner wesentlich mehr. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass viele Hotels weder Zimmernummer 13 noch die 13. Etage anbieten – Erfahrungen diesbezüglich haben gezeigt, dass derartige Räumlichkeiten kaum angemietete werden.

Amulette dienen hauptsächlich dazu, ihren Träger vor bösen Geistern oder schlechtem Einfluss zu schützen. Sicher kennt Ihr alle den Druidenfuß: er soll das Böse bannen und Dämonen abwehren.

Der interessanteste Bereich des Aberglaubens ist unserer Meinung nach der der Figuren, da er sich häufig mit allen zuvor genannten überschneidet. Beispiel Schornsteinfeger: als Symbol bringt er Glück; Ritual: Schornsteinfeger anfassen; Amulett: viele Menschen tragen eine kleine Kaminkehrerfigur in ihrem Portemonnaie herum. Ebenso ist es mit Schweinen. Ein Sonderfall im Aberglauben hingegen sind die Katzen.

Im Mittelalter waren schwarze Katzen als Hilfsgeister der Hexen verschrien; noch heute hält sich hartnäckig das Gerücht, das ein solches Tier, von links kommend und den Weg kreuzend, Unglück bringt. Andererseits werden schwarze Katzen wiederum als Glücksbringer angesehen, genau wie dreifarbige. Sie gelten zusätzlich noch als Beschützer eines Hauses vor Feuer.

Auffällig, dass es bei all den Ritualen, Symbolen etc. vorwiegend um eines geht: um Glück. Das Thema „Aberglaube“ im Allgemeinen ist sehr komplex und – wenn wir ehrlich sind – in irgendeiner Form bei jedem von uns ein Thema.

Oder etwa nicht?

Spuckt Ihr nicht symbolisch auf eine Münze, wenn Ihr sie in der Gosse gefunden und aufgehoben habt? Oder zieht Ihr nicht extra zur Prüfung Euer blaues Hemd an, weil es Euch letztes Mal auch Glück gebracht hat? Und als neulich im Supermarkt an der Kasse ein Schornsteinfeger vor Euch stand, habt Ihr ihn nicht ganz diskret angetippt?

Ich denke, ein wenig abergläubisch ist jeder, wobei die Betonung auf „ein wenig“ liegt. Dagegen ist auch absolut nichts einzuwenden, schließlich wollen wir ja alle unbedingt vom Pech verfolgt werden… . Und nicht vergessen: ob eine schwarze Katze Unglück bringt oder nicht, hängt immer davon ab, ob man ein Mensch oder eine Maus ist…

An einem Freitag, dem 13. ist es also besonders wichtig positiv zu denken!

PS. Glücks(über)bringer findest Du im Kleinen Glücksladen. Schnupper doch mal rein!

 

 

Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestShare on TumblrShare on Google+Print this pageEmail this to someone

Falls Dir dieser Beitrag gefällt, freuen wir uns über Deine Unterstützung!


Dein Glücks-Newsletter

Unser kostenloser Newsletter informiert Dich regelmäßig über alles rund ums Thema Glück.

Datenschutzrichtlinien