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10 Dinge, die ich an der Glücks-Uni gelernt habe

10 Dinge, die ich an der Glücks-Uni gelernt habe

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© Nastia11by istock photo

von Dr. Gunda Windmüller/ Huffington Post

Glück, so denken viele hier in unserem Land, ist etwas das einem passiert. Man hat Glück – oder man bekommt Glück. Aber man kann es nicht selbst erschaffen. Glücklich also die, die es haben, die anderen können bestenfalls abwarten. Auf das Fortuna doch noch vorbeikommt.

Doch das stimmt nicht. Glück ist nichts, was einem geschenkt wird. Man muss es suchen. Abwarten lohnt nicht. Jeder kann sich selbst sein eigenes Glück schaffen. Und es gibt sogar einen Ort, an dem man lernen kann wie. Die Glücks-Uni “University of Happiness” in Berlin.

Ich habe die Glücks-Uni besucht und mit Simone Debour, der Geschäftsführerin, gesprochen. An einem kalten Dezember-Tag, draußen stürmte es, drinnen gab es Kaffee und viel Wärme. Und das habe ich dabei gelernt:

1. Dankbarkeit macht glücklich. Und gesund.

Wir klagen gerne. Wir motzen: das Wetter, der Stress, der nervige Vermieter. Dabei geht es uns hier so gut wie nur wenigen Menschen auf der Welt. Dafür verlieren wir im Alltag oft den Blick. Dabei gäbe es so viele Dinge, für die wir dankbar sein können.

Außerdem kann uns Dankbarkeit auch glücklich machen. Eine Forschergruppe an der University of San Diego hat herausgefunden, dass, wenn wir nur acht Wochen lang jeden Tag aufschreiben, für was wir dankbar sind, sich unsere Stimmung deutlich verbessert. Diese Gewohnheit lässt uns sogar besser schlafen. Außerdem haben die Forscher nachgewiesen, dass dadurch sogar die Entzündungswerte in unserem Blut abnehmen.

Die „University of Happiness“ empfiehlt jeden Tag drei Situationen, in denen man Dankbarkeit spürt, aufzuschreiben.

2. Glück bedeutet nicht Festhalten, sondern Loslassen.

Es klingt vielleicht widersprüchlich. Denn wer sich glücklich fühlt, möchte das Leben umarmen, möchte es festhalten. Nichts loslassen. Dabei gehört Loslassen ganz eng zum Glück. Dinge loslassen, die sich sowieso nicht mehr ändern lassen. Beziehungen loslassen, die einem nicht gut tun. Nur wem es gelingt, nicht an allem festzuklammern, findet genug Mut, das Glück immer neu zu finden.

Die Glücks-Uni bietet sogar einen Kurs zum Thema Loslassen an. In einem Video-Kurs mit mehreren Lektionen und Übungen wird gezeigt, wie wir langsam lernen können, loszulassen.

3. Sich locker machen macht glücklich. Alle.

Es ist leider wahr. Wir sind oft ziemlich angespannt. Unter Stress, in Eile. Und wenn es dann beim Einsteigen in die U-Bahn etwas länger dauert, da entfährt einem schon mal ein heftiger Seufzer. Mindestens. Und man ärgert sich bis zum Aussteigen über die inkompetenten Menschen, die offensichtlich NICHTS besseres zu tun haben, als einem auf dem linken Fuß zu stehen. Oder, noch schlimmer, mit einem Kinderwagen in die Bahn wollen. “Muss das eigentlich immer mir passieren?”, fragt man sich dann.

Dabei, und das ist wirklich wahr, können wir uns diesen Ärger ganz einfach sparen. Wir müssen uns mal wieder ein bisschen locker machen. Mir fällt das oft schwer. Simone Debour meint, dass ließe sich trainieren. Und zwar wie folgt: Statt sich beim nächsten Mal aufzuregen, wenn es mal wieder ein bisschen länger dauert: Einfach mal die verursachende Person anlächeln und sagen “Macht nichts”, weiterlächeln und einen schönen Tag wünschen. Wenn dann nicht mindestens zwei Personen glücklicher sind, dann liegt es zumindest nicht an euch.

4. Nicht weggucken. Zupacken. Handeln.

Was uns oft zum Glück fehlt ist der richtige Blick dafür. Und damit meine ich nicht nur das kleine und große Glück, dass wir im Alltagstrott gerne übersehen. Damit meine ich die Chancen, die wir nicht wahrnehmen. Weil wir so damit beschäftigt sind zu warten, dass das Glück an unsere Tür klopft, dass wir gar nicht merken, dass wir selber anpacken müssen.

Uns laufen immer wieder Chancen über den Weg. In Gesprächen. Während wir einen Film sehen, Musik hören, unter der Dusche stehen. Doch anstatt auf unsere innere Stimme zu hören, unserer Inspiration zu folgen, lassen wir uns von äußeren Einflüssen ablenken. Dabei ist „einfach machen“ oftmals der beste Rat. So entschloss sich auch Simone Debour, die University of Happiness zu gründen. Sie hatte genug von so viel unglücklichen und unzufriedenen Menschen um sich herum.

5. Weg vom Sofa! Raus aus der Komfortzone

Keine Bange. Ihr dürft sitzenbleiben. Ich meine nicht euer echtes Sofa. Ich meine das Sofa in unseren Köpfen. Dieser gemütliche Ort, der immerzu wispert: „Bleib bloß sitzen, wer weiß, was da draußen alles auf dich wartet. Hier ist es warm und weich. Bleib noch ein bisschen….“

Unser inneres Sofa. Simone Debour nennt es auch unsere Komfortzone. Den Ort, den wir so selten verlassen wollen, weil wir Angst vor dem Ungewissen haben und es gerade so gemütlich scheint.

Dabei ist es so wichtig, von diesem Sofa wegzukommen. Denn auf dem Sofa lernen wir nichts Neues. Wir können nichts entdecken. Wir werden nicht herausgefordert. Wir werden höchstens faul und zufrieden. Aber nicht glücklich, denn nur wer hungrig nach dem Leben bleibt, der kriegt auch mehr davon. Eine der wichtigsten Lektionen an der University of Happiness, die in über 700 Videolektionen und -übungen ihren Studierenden genau das beibringen will.

6. Hilf jemandem

Klingt banal? Mag sein. Aber das macht es ja nicht Schlechter. Simone von der University of Happiness hat es mir lange erklärt, Til Schweiger hat es in unserem Glücks-Interview gesagt.

Anderen Menschen zu helfen, macht glücklich.

Zwei Forscher von der Universiy of California in Davis haben dafür den wissenschaftlichen Beweis erbracht. In einer Studie konnten Robert Emmons und Michael McCullough festgestellen, dass durch solcherlei Dankbarkeit nicht nur physische Beschwerden reduzieren lassen, sondern sich auch das Gesamtbefinden verbessert.

7. Ihr seid nicht perfekt. Ihr werdet es nie sein. Kommt damit endlich klar!

Meine Güte. Was habe ich schon Zeit, Kraft und Nerven darauf verschwendet, meinem eigenen Ideal an perfektem Leben hinterherzulaufen. Dazu gehört endlich mal genug Schlaf, regelmäßiger Sport, ausführliches Kochen, mehr zu lesen, Freunde treffen, meinen Kleiderschrank ausmisten, … die Liste ist so lang wie unrealistisch.

Und dennoch habe ich so viele Wochenenden schon darauf verschwendet, mich zu ärgern, dass ich es wieder nicht zum Sport geschafft habe, wieder nur ein paar Seiten gelesen, wieder nur….

Simone Debour lächelte mich an, als ich das erzählte und sagte nur: „Niemand kann perfekt sein!“ In den Glücks-Kursen an der University of Happiness soll auch genau das gelernt werden. Wie zum Beispiel in dem Kurs der Selbstliebe, der wie alle Kurse als Video abrufbar ist.

8. Nichtstun macht glücklich!

Gerade hier in Berlin war die Zeit anstrengend. Ich hetzte von Termin zu Termin und endlich zuhause angekommen, entdeckt man die eine E-Mail vom Chef, die jetzt auch noch beantwortet werden will. Puh. Achso, und jetzt auch noch schnell wieder los, zur nächsten Verabredung. Und das Smartphone brummt auch schon wieder.

Als ich dann in der Glücks-Uni saß, erzählte ich Simone von einem der letzten Wochenenden, wo ich vor lauter Erschöpfung einfach nur auf meinem Bett saß und die Wollmäuse in meiner Zimmerecke betrachtete. Und wie gut mir das getan hatte.

“Klar”, Simone lachte, “Nichtstun ist lebenswichtig! Wir müssen endlich wieder lernen, Löcher in die Luft zu starren, voller Genuss zu faulenzen, Stille zu genießen. Unser armes informationsüberflutetes Gehirn kann irgendwann nicht mehr unterscheiden, was wirklich wichtig und wahr ist.“

„Vor allem das Wort MÜSSEN müssen wir abschaffen. Alleine das Wort MÜSSEN setzt den Körper schon in Alarmbereitschaft. Denk stattdessen „Ich möchte jetzt dies oder jenes tun/erfahren/erledigen“, so Simone Debour.

9. Mehr trinken!

Also Wasser. Oder Tee. Denn ja, dass hat mir Simone auch erklärt: Trinken macht glücklich. Die meisten von uns trinken zu wenig. Aber wenn wir uns mal etwas zwingen und es tatsächlich auf die berühmten zwei Liter am Tag schaffen,dann geht es uns tatsächlich bald besser. Denn unser Körper reagiert schon auf leichte Dehydrierung mit Stimmungsabfall.

10. Seid mutig!

Die vielleicht wichtigste Lektion an der Happiness-Uni. Denn ohne Mut kein Loslassen, ohne Mut kein Zupacken, kein Weg vom Sofa. Ohne Mut, kein Glück.

“Wir brauchen endlich mehr Mut”, sagt Simone Debour, “wenn wir uns nicht trauen, unser Glück aktiv zu suchen, unseren eigenen Weg zu gehen, werden wir es nie finden. Probiere Dich aus. Du hast nur dieses eine Leben. Also nutze es. Versuche Neues; lerne zu Scheitern und steh mit Freude wieder auf; nimm Dich selbst nicht so wichtig; lache über Deine Fehler;- sei gnädig zu Dir und zu anderen. Zieh aus Erfahrungen Erkenntnisse und schicke die Menschen, die nur an Dir rummeckern, in die Wüste. Du musst Dir gefallen und nicht den anderen.

Denn die heiligste Beziehung Deines Lebens ist die Beziehung mit Dir selbst. Also: Sei mutig. Das wertvollste Geschenk ist das Leben und das sollte man nicht vergeuden und auch nicht vertagen!“

An der Happiness-Uni lassen sich diese Lektionen lernen. Als kurze Video-Kurse, als Video-Vorträge. Mithilfe von Übungen und Meditationen.

Deutschland hat ein Glücks-Problem, dass ist mir in vielen Gesprächen in der letzten Woche klar geworden. Wenn wir jetzt schon eine Glücks-Uni brauchen, wird es höchste Zeit, diese Ratschläge endlich mal anzunehmen.

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