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Lachen ist die beste Medizin!
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Lachen ist die beste Medizin!

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Wie heilsam und effektiv die Wirkung von Humor tatsächlich sein kann, entdecken inzwischen auch Psychotherapeuten und Psychiater. Ob Depressionen oder Ängste: Eine positive, humorvolle Haltung kann in der Psychotherapie viele Vorteile bringen.

Studien zeigen zum Beispiel, dass witzige Cartoons depressionstypisches Grübeln unterbrechen können. Sie entziehen dem Gehirn schlicht die Kapazität dazu, da die Energie in die Verarbeitung des Witzbildchens fließt. Ähnlich eindrücklich ist das Ergebnis eines Schweizer Experiments: Schon eine Folge der britischen Comedy-Sendung „Mr. Bean“ genügt, um Schmerzen zu verringern. Die Versuchspersonen sollten ihre Hand für längere Zeit in Eiswasser tauchen. Wer dem Briten vorher beim Blödeln zusah, empfand die Kälte an der Hand anschließend als deutlich weniger schmerzhaft.

Barbara Wild kennt diese Studienergebnisse. In den Sitzungen in ihrer Tübinger Praxis für Psychiatrie und Psychotherapie versucht sie deshalb, ironischen Bemerkungen oder ulkigen Momenten Raum zu geben. Aber nicht auf Biegen und Brechen. „Ich möchte meine Patienten nicht bespaßen“, sagt Wild, die das Buch „Humor in der Psychotherapie“ herausgegeben hat. „Ich lasse vielmehr zu, dass Humor zur menschlichen Interaktion dazugehört – auch in diesem ernsten Setting.“

Spinne im Ballettrock

Wie gut sich mit der Humorbrille so manches Problem lösen lässt, erlebt Wild immer wieder. Spinnenphobikern etwa helfe es tatsächlich, sich das Tier in einem ulkigen Kostüm wie einem Ballettrock vorzustellen. Einer anderen Patientin konnte sie ebenfalls mit einem humorvollen Perspektivwechsel helfen: Alle vier Wochen kam deren Chef persönlich im Büro vorbei und kontrollierte dabei jedes Mal penibel ihre Arbeit. Für die Patientin eine sehr belastende Situation. „Alle vier Wochen? Das ist ja wie eine Monatsblutung“, sagte Wild. In der nächsten Sitzung erzählte die Patientin schließlich amüsiert: „Frau Wild, ich hatte diese Woche wieder meine Tage.“ Ihr Chef, erklärte sie, sei jetzt nicht mehr ein unterdrückender Kontrollfreak, sondern nur noch ein notwendiges Übel.

Wer den Schalk im Nacken hat, ist vor psychischen Krisen auch oft besser geschützt. Zwar erlebten Menschen mit Witz ebenso viele belastende Situationen wie weniger humorvolle Personen. „Humor zu haben, rettet nicht vor negativen Lebensereignissen“, sagt Wild. „Aber er hilft bei deren Bewältigung.“ Die Art, wie humorvolle Menschen mit Stress umgehen, sei offenbar gesünder.

Tatsächlich konnten Düsseldorfer Forscher in einer Studie zeigen: Menschen, die schlimme Erfahrungen gemacht haben, aber zugleich heiter und gelassener als griesgrämige Menschen mit ebenso vielen Schicksalsschlägen bleiben, haben weniger körperliche Beschwerden.

Humor aber ist nicht gleich Humor. In der Psychotherapie kommt es darauf an, auf welche Art jemand witzig ist. Sie offenbart viel darüber, wie eine Person sich selbst sieht und bewertet. Manche Menschen malen mit Witz die Welt etwas bunter und wollen schlicht amüsieren. Andere werten sich in lustig gemeinten Einwürfen selbst ab oder verletzen andere.

Humor, der von Problemen ablenkt

Wild erkennt die verschiedenen Stile von Humor. Sagt der Patient etwa „Ich bin so ein Dummchen“ und kichert dabei verlegen, sei das Anlass, einzuschreiten. Auch eine komische Bemerkung, die vom eigentlichen Problem ablenkt, lässt die Therapeutin aufhorchen. „In der Therapie sollte man genau darauf achten, welche Bemerkungen fallen“, sagt Wild. Damit könne man schließlich arbeiten und negativen Humor in die positive Richtung treiben.

Der US-amerikanische Psychologe Paul McGhee hat ein Training entwickelt, mit dem Heiterkeit zur Gewohnheit werden soll. Das Ziel: „In einem Moment, in dem lauter negative Dinge passieren, positive Gefühle aus dem Boden zu stampfen.“ In Gruppenkursen lehrt McGhee sieben Regeln (siehe Kasten), wie Humor Teil des Alltags werden kann. Cartoons, lustige Anekdoten, Rollenspiele und Bewegungsübungen helfen dabei.

HUMORTRAINING NACH McGHEE

Paul McGhee, Erfinder des Humortrainings, empfiehlt, mindestens zwei Wochen lang die Gewohnheiten zu einzuüben. Erst dann seien sie gefestigt, sagt der Psychologe.

– Umgeben Sie sich mit Humor.
– Kultivieren Sie eine spielerische Haltung.
– Lachen Sie öfter und herzhafter.
– Finden Sie Ihren eigenen Sprachwitz.
– Suchen Sie den Humor im Alltag.
– Finden Sie den Humor auch in stressigen Situationen.
– Nehmen Sie sich nicht so ernst, lachen Sie über sich selbst.

Mit Erfolg: Die Teilnehmer einer Studie konnten nach dem Kurs in stressigen Situationen nicht nur öfter gelassen schmunzeln. Sie berichteten auch über eine allgemein bessere Stimmung und weniger depressive Symptome. (spiegel.de)

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