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Liebe, Lust und Lesebrille – Reif für die Liebe

Liebe, Lust und Lesebrille – Reif für die Liebe

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Reife Liebe

von Simone Debour

Reif für die Liebe

Älterwerden kann so sexy sein. Mit einem vertrauten Partner; mit unserer Erfahrung, die genau weiß, was sie will und was wir uns wünschen. Denn nur wenn wir unsere Sinne kennen und kontrollieren, können wir den erotischen Genuss steuern. Das erreichen wir über Achtsamkeit. Der indische Gelehrte Vatsyayana schrieb darüber bereits vor 2000 Jahren in seinem Buch Kamasutra, dem wichtigsten Dokument der Liebeslehre Tantra.

Wenn die erste große Verliebtheit nachlässt, wir nicht mehr jede freie Minute aufeinander kleben und der Alltag unseren Trott bestimmt, dann ist das Liebesleben meistens nicht mehr sonderlich prickelnd. Doch Hoffnung naht: Gerade in der Lebensmitte haben viele Paare wieder mehr Muße, sich ihrer Erotik zu widmen. Kindererziehung, Hausbau und die ersten Karriereschritte sind gemeistert. Ruhe kann einziehen und damit die dauerhafte, sanfte Liebe. Paare, die über viele Jahre, gar Jahrzehnte zusammen sind, haben sich ihre Vertrautheit hart erarbeitet – durch Zuhören, Austausch und Zärtlichkeit.

Liebe, Lust und Lesebrille

In früheren Zeiten wurde gerne behauptet, Frauen ab 40 fühlten sich nicht mehr sexy. Sie befänden sich in einer sexuellen Abwärtsspirale. Die Paar-Therapeutin Felicitas Römer schreibt in ihrem Buch Liebe, Lust und Lesebrille – Warum wir erst in der Lebensmitte so richtig lieben können…, dass vor allem Frauen und Männer ab 40 erst in der Lage sind, sich in der erotischen Begegnung wirklich offen zu zeigen und dadurch einen bisher nie gekannten Grad an Intimität gemeinsam erreichen. Die Begegnungen werden, so Römer, erfüllender, der weibliche Orgasmus stärker als je zuvor. Menschen ab 40 wissen genau was sie wollen und was nicht. Sie müssen sich beim Sex nicht mehr beweisen. Sie ersetzen Quantität durch Qualität. Wenn es um Sexualität geht, existieren keinerlei Vorschriften, was richtig ist. Es darf aber auch kein Druck entstehen, immer zu wollen oder zu müssen.

Felicitas Römer beschreibt es so: „Echte Intimität ist nichts für Feiglinge und Jungspunde. Es geht darum, ganz man selbst zu sein und dadurch auch ganz bei dem Partner sein zu können, sich zu öffnen, sich zu zeigen.“ Das funktioniert natürlich nur, wenn frau sich durch den Partner seelisch und geistig wahrgenommen fühlt. Wenn sie selbstbewusst genug ist, auch mal mit einer Verletzung oder Abfuhr klar zu kommen.

Lust ohne Last

Nur in Freiheit finden Lust und Leidenschaft ihren Raum. Nur wenn man einander Vertrauen schenkt, verliert die Lust ihre Last. Dann ist die Sinnlichkeit erhaben über körperliche Unzulänglichkeiten. Sexualität hat nichts mit Makellosigkeit oder Perfektion zu tun. Es gilt nicht, sich den gängigen Schönheitsidealen zu unterwerfen; wichtig ist einzig, sich wohl in seiner eigenen Haut zu fühlen.

Nehmen wir uns Zeit. Spüren wir in uns hinein. Gehen wir ins Gespräch mit unserem Partner. Probieren wir gemeinsam aus, was wir uns wünschen. Genießen wir. Und geben wir uns ganz unserer Sexualität und unserer Liebe hin.

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