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Mach Dein Ding!

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Video-Lektion 9

Woran erkenne ich meinen eigenen Weg?

Wir brauchen einen inneren Anzeiger, um unterscheiden zu können, ob wir das, was wir tun, auch wirklich tun wollen. Denn Impulse, Anforderungen von außen, aber auch von innen, gibt es viele, und oft genug widersprechen sie sich sogar.

Wenn wir die Aufmerksamkeit darauf richten, was sich in unserem Innenleben abspielt, erkennen wir schnell, dass wir nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch mit uns selbst kommunizieren. Wir haben vielleicht alle möglichen Erwartungen, wie sich die Menschen in unserer Umgebung uns gegenüber verhalten sollten – freundlich, einfühlsam, achtsam, respektvoll oder wie auch immer –, aber selten schenken wir der Art und Weise Aufmerksamkeit, wie wir eigentlich mit uns selbst umgehen. Dem einmal auf den Grund zu gehen, kann ein spannendes und lohnendes Forschungsprojekt sein.

Wir lernten bereits, dass wir von klein auf Erfahrungen mit den Menschen machen, die sich um uns gekümmert haben – meist vor allem die Eltern, aber auch andere Personen, die eine maßgebliche Rolle in unserem Leben gespielt haben. Unser Selbstbild und Selbstgefühl entwickeln sich vor allem aus der Art und Weise, wie unsere Umwelt auf uns reagiert, und aus den Schlüssen, die wir aus diesen Reaktionen gezogen haben. Ebenso übernehmen wir unbewusst Haltungen und Einstellungen dem Leben gegenüber.

Laut den Forschungen der so genannten Epigenetik, einem jungen Fachgebiet der modernen Biologie, werden die grundlegenden Überzeugungen, Einstellungen und Verhaltensweisen tief in den synaptischen Verbindungen unseres Unterbewusstseins verdrahtet und steuern uns für den Rest unseres Lebens – wenn wir uns ihrer nicht bewusst werden und uns gegebenenfalls anders entscheiden. Diese Speicherung geschieht sehr früh und ganz automatisch, und diese Lebensskripte prägen unsere Sicht der Welt und unser Selbstbild – in die eine oder die andere Richtung.

Verhängnisvolle Muster

Die Botschaften, die wir verinnerlicht haben, sind recht unterschiedlich – aber nur sehr selten lauten sie, dass wir liebenswert sind und eine Freude für unsere Eltern. Vielleicht mussten wir um Aufmerksamkeit kämpfen und haben so das Gefühl, nie gut genug zu sein – ein Muster, das uns besonders zu schaffen machen kann, wenn wir selbst Eltern werden, da wir unseren Ansprüchen nie genügen können.

Vielleicht haben wir aber auch das Gefühl, nicht wirklich wichtig zu sein – dass wir uns am besten unsichtbar machen, um gut zu überleben. Oder wir haben ständig Angst vor dem, was die anderen über uns sagen (seien es die eigenen Eltern, Verwandte, Freunde oder Nachbarn). Ein solches Muster kann es uns ebenfalls sehr schwer machen, unseren eigenen Weg zu gehen und zu uns zu stehen.

Eine innere Stimme, die immer urteilt

Andere Muster wiederum führen dazu, dass es uns schwer fällt, es uns gut gehen zu lassen. Irgendwie scheint das nicht in Ordnung zu sein. Vielleicht haben wir auch das Gefühl, es nicht zu verdienen. Oder es gibt so eine Stimme in uns, die ständig etwas an uns auszusetzen hat, die ständig urteilt, und das nicht gerade sehr einfühlsam.

Ein mangelndes Selbstwertgefühl kann uns daran hindern, unserer Umwelt offen und gelassen zu begegnen. Wenn wir bei allem, was nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen, ängstlich, unsicher oder ungeduldig und wütend werden, sind wir nur schwer in der Lage, wirklich zu sehen, was wir oder eine Situation von uns braucht.

Wohlwollen für uns selbst entwickeln

Solche Muster prägen sich schon in frühester Kindheit aus und sind nicht leicht aufzulösen – aber es ist sehr lohnend, diesen Mustern auf die Spur zu kommen.

Vor allem die Praxis der Achtsamkeit kann eine große Hilfe sein, solche negativen Muster zu erkennen und eine andere, wohlwollende und mitfühlende Haltung uns selbst gegenüber zu entwickeln. In dem Maße, wie dies gelingt, werden wir gelassener, flexibler, offener und können sehr viel einfühlsamer und kreativer auf unsere Bedürfnisse eingehen – und dies wiederum führt zu sehr viel mehr Lebensfreude und besseren Beziehungen. Auch unsere Mitmenschen wollen, dass wir glücklich sind – sie haben keinerlei Interesse daran, dass wir uns das Leben schwer machen.

Die Struktur unseres Gehirns verändern

Wie Daniel Siegel in seinem Buch Das achtsame Gehirn aufzeigt, belegen neueste Forschungen, dass das wohlwollende Gewahrsein, das in der Praxis der Achtsamkeit geübt wird, sogar die Struktur unseres Gehirns verändern kann – sogar das Glückszentrum in unserem Gehirn kann wachsen. Egal, wie unsere Geschichte aussieht und wo wir heute stehen – wir können uns bis in unsere Anatomie hinein verändern.

Als erster Schritt auf diesem Weg kann die Meditation dienen. Sie besteht darin, kurz inne zu halten und mit einem wohlwollenden Interesse immer mal wieder bei uns selbst vorbeizuschauen. Wir können uns auch mit unserem eigenen Vornamen innerlich ansprechen und fragen, wie es uns geht. Und so, wie wir einem guten Freund oder einer guten Freundin zuhören würden, hören wir uns dann selbst zu.

Auf Selbst-Entdeckungsreise gehen

Als zweiten Schritt könntest Du Dir in Deinem Glückstagebuch kurze Notizen dazu machen, was Du jeweils entdeckt hast. Wie finde ich mich vor? Gestresst? Ungeduldig? Angespannt? Müde? Erschöpft? Froh? Zufrieden? Glücklich? Dabei ist es wichtig, uns nicht zu be- oder gar zu verurteilen, sondern einfach wohlwollend zu registrieren, was wir vorfinden.

Wie klingt die Stimme, mit der wir zu uns selbst sprechen? Erinnert mich die Qualität meiner Beziehung zu mir selbst an eine Beziehung aus meiner Kindheit? Wenn ja, an welche? Wie wäre es – wie würde es sich anfühlen, wenn ich mein eigener Freund bzw. meine eigene Freundin wäre?

Weitere Fragen, denen nachzugehen lohnend sein könnte: Wie hätte mich mein Vater als Kind beschrieben? Wie meine Mutter? Was hätte ich mir besonders gewünscht, wenn ich meinen Vater bzw. meine Mutter in einem Punkt hätte ändern können?

Wohlwollendes Interesse an unserem Innenleben

Dies sind keine Prüfungsfragen, bei denen es darum geht, die richtige Antwort zu finden, sondern kleine Forschungsprojekte, die uns vielleicht helfen können, uns der Qualität unserer Beziehung zu uns selbst bewusster zu werden und sie Schritt für Schritt zu verbessern.

Schon dieses wohlwollende Interesse für unser Innenleben hat eine heilsame Wirkung. Wir beginnen, eine freundliche Haltung uns selbst gegenüber zu kultivieren – und auch, wenn wir keine schnellen Ergebnisse erwarten können, wird dies ohne jeden Zweifel Früchte tragen. Und in dem Maße, wie wir mit uns selbst in Frieden sind, wird auch die Beziehung zu unserer Umwelt von mehr Achtsamkeit, Einfühlungsvermögen und Mitgefühl geprägt sein. Danach geht es dann weiter. Wir erforschen, was wir wirklich sind und wer wir wirklich sein wollen. Sowohl im Innen als dann auch im Anschluss im Außen.

Viel Spaß bei Deinem ersten Schritt auf Deinem ureigenen Weg! Falls Du auf Deinem eigenen Weg weiter laufen möchtest, dann ist der Kurs „Den eigenen Weg gehen“ genau der Richtige für Dich!

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Bevor wir uns in den nächsten Lektionen dem Außen und den Beziehungen in unserem Leben widmen, geht’s in Lektion 10 des Schnupperkurses um Entspannung und Konzentration = Meditation!

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