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Mama kurz vor’m Kollaps
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Mama kurz vor’m Kollaps

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© Polke by istock photo

Was ist die Erde?

Ohne Erde gibt es für alle Lebewesen keinen Raum. Die Erde ist unsere gemeinsame Quelle. Die Erde kennt keine Grenzen, keine Kultur- und Mentalitätsunterschiede. Die Erde ist in sich perfekt. Die Natur ganzheitlich aufeinander abgestimmt. Die Erde kann ohne uns existieren, die Natur sich selbst in Windeseile heilen. Sie braucht uns nicht, aber wir brauchen sie.

Die Natur überlebt alles, der Mensch nicht

Die Erde ist so nett, sich uns zur Verfügung zu stellen – in all ihr Schönheit, Ausgewogenheit, Gänze. Sie vertraut uns, dass wir behutsam mit ihr umgehen. Zu würdigen wissen, was sie uns schenkt. Sie schenkt uns vielfältige Früchte; bunte Blumen die uns erfreuen; Kräuter, die uns heilen; Wasser das uns labt. Sie schenkt uns das pure Leben!

Sie ist die Mutter allen Lebens

Diese Mutter schreit auf wegen des Schadens, den wir ihr aufgrund des unverantwortlichen Gebrauchs und des Missbrauchs der Güter zufügen. Wir sind in dem Gedanken aufgewachsen, dass wir ihre Eigentümer und Herrscher seien, berechtigt, sie auszuplündern. Wir vergessen, dass wir selber Erde sind. Unser eigener Körper ist aus den Elementen des Planeten gebildet; seine Luft ist es, die uns den Atem gibt, und sein Wasser belebt und erquickt uns.

Falls Du Dich um die aktuelle Flüchtlingswelle sorgst, wenn Du Dich um Terrorismus sorgst, wenn Du Dich um die Sicherheit und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft sorgst, dann solltst Du Dich auch um den Klimawandel sorgen. Die aktuellen Wanderungsbewegungen, ausgelöst durch Kriege in Europas unmittelbarer Nachbarschaft, dürften nur ein kleiner Vorgeschmack sein. Auf das, was da noch kommen wird – wenn alles so weiter geht wie bisher.

Nichts von dieser Welt ist für uns gleichgültig

Wir sollten uns bewusst werden, welche dramatische Folge die unkontrollierten Tätigkeit des Menschen sind. Durch die rücksichtslose Ausbeutung der Natur laufen wir Gefahr, die Natur zu zerstören und selbst Opfer dieser Zerstörung zu werden. Die Möglichkeit einer ökologischen Katastrophe als Konsequenz der Auswirkungen der Industriegesellschaft sind wahrscheinlich. Die Dringlichkeit und die Notwendigkeit eines radikalen Wandels im Verhalten der Menschheit sind überlebensnotwendig. Die außerordentlichsten wissenschaftlichen Fortschritte, die erstaunlichsten technischen Meisterleistungen, das wunderbarste Wirtschaftswachstum wenden sich, wenn sie nicht von einem echten sozialen und moralischen Fortschritt begleitet sind, letztlich gegen den Menschen.

Der Mensch scheint oft keine andere Bedeutung seiner natürlichen Umwelt wahrzunehmen, als allein jene, die den Zwecken eines unmittelbaren Gebrauchs und Verbrauchs dient.

Die Zerstörung der menschlichen Umwelt ist etwas sehr Ernstes.

Alle Bestrebungen, die Welt zu hüten und zu verbessern, setzen vor allem voraus, dass sich die Lebensweisen, die Modelle von Produktion und Konsum und die verfestigten Machtstrukturen [von Grund auf] ändern, die heute die Gesellschaften beherrschen.

Die echte menschliche Entwicklung ist moralischer Art und setzt die vollkommene Achtung gegenüber der menschlichen Person voraus, muss aber auch auf die Welt der Natur achten und der Natur eines jeden Wesens und seiner Wechselbeziehung in einem geordneten System Rechnung tragen. Daher muss sich die Fähigkeit des Menschen, die Wirklichkeit umzugestalten, auf der Grundlage der Humanität und Natur liegen.

Wir sind aufgefordert, die strukturellen Ursachen der Fehlfunktionen der Weltwirtschaft zu beseitigen und die Wachstumsmodelle zu korrigieren, die allem Anschein nach ungeeignet sind, den Respekt vor der Umwelt zu garantieren.  Die Welt kann nicht analysiert werden, indem man nur einen ihrer Aspekte isoliert betrachtet, denn die Natur ist eins und unteilbar. Sie schließt unter anderem die Umwelt, das Leben, die Sexualität, die Familie und die sozialen Beziehungen ein.

Folglich hängt „die Beschädigung der Natur eng mit der Kultur zusammen, die das menschliche Zusammenleben gestaltet.

Vereint in ein und derselben Sorge

Dieser Beitrag greift die Überlegung unzähliger Wissenschaftler, Philosophen, Theologen und sozialer Organisationen auf.

Beispielsweise sprach der Patriarch Bartholomäus besonders von der Notwendigkeit, dass jeder Einzelne die eigene Weise, dem Planeten zu schaden, bereut. Denn „insofern wir alle kleine ökologische Schäden verursachen“, sind wir aufgerufen, „unseren kleineren oder größeren Beitrag zur Verunstaltung und Zerstörung der Natur anzuerkennen. Zu diesem Punkt hat er sich wiederholt mit starken und anregenden Worten geäußert und uns aufgefordert, die Sünden gegen die Natur einzugestehen: „Dass Menschen die biologische Vielfalt in der Natur zerstören; dass Menschen die Unversehrtheit der Erde zerstören, indem sie Klimawandel verursachen, indem sie die Erde von ihren natürlichen Wäldern entblößen oder ihre Feuchtgebiete zerstören; dass Menschen anderen Menschen Schaden zufügen und sie krank machen, indem sie die Gewässer der Erde, ihren Boden und ihre Luft mit giftigen Substanzen verschmutzen – all das sind Sünden, sind Verbrechen. Denn „ein Verbrechen gegen die Natur zu begehen, ist eine Sünde gegen uns selbst. Das lässt sich auch nicht schön reden.“

Zugleich machte Bartholomäus auf die ethischen und spirituellen Wurzeln der Umweltprobleme aufmerksam, die uns auffordern, Lösungen nicht nur in der Technik zu suchen, sondern auch in einer Veränderung des Menschen, denn andernfalls würden wir nur die Symptome bekämpfen. Er schlug uns vor, vom Konsum zum Opfer, von der Habgier zur Freigebigkeit, von der Verschwendung zur Fähigkeit des Teilens überzugehen.  Das „bedeutet, geben zu lernen und nicht bloß aufzugeben.“ Es ist eine Weise des Liebens, schrittweise von dem, was ich möchte, zu dem überzugehen, was die Welt nötig hat.

Es ist eine Befreiung von Ängstlichkeit, Habgier und Zwang.

Langsam wird uns gewahr, dass die Sorge um die Natur, die Gerechtigkeit gegenüber den Armen, das Engagement für die Gesellschaft und der innere Friede untrennbar miteinander verbunden sind.

Wenn wir uns allem, was existiert, innerlich verbunden fühlen, werden Genügsamkeit und Fürsorge von selbst aufkommen.

Die dringende Herausforderung, unser gemeinsames Haus zu schützen, schließt die Sorge ein, die gesamte Menschheitsfamilie in der Suche nach einer nachhaltigen und ganzheitlichen Entwicklung zu vereinen, denn wir wissen, dass sich die Dinge ändern können. Die Menschheit besitzt noch die Fähigkeit zusammenzuarbeiten, um unser gemeinsames Haus aufzubauen.

Wir sollten allen Menschen danken, die in den verschiedensten Bereichen menschlichen Handelns daran arbeiten, den Schutz der Erde, die wir miteinander teilen, zu gewährleisten. Besonderen Dank verdienen die, welche mit Nachdruck darum ringen, die dramatischen Folgen der Umweltzerstörung im Leben der Ärmsten der Welt zu lösen. Diese Menschen verlangen von uns eine Veränderung.

Wir sollten dringlich zu einem neuen Dialog über die Art und Weise kommen, wie wir die Zukunft unseres Planeten gestalten. Wir brauchen ein Gespräch, das uns alle zusammenführt, denn die Herausforderung der Umweltsituation, die wir erleben, und ihre menschlichen Wurzeln interessieren und betreffen uns alle. Die weltweite ökologische Bewegung hat bereits einen langen und ereignisreichen Weg zurückgelegt und zahlreiche Bürgerverbände hervorgebracht, die der Sensibilisierung dienen. Leider scheinen viele Anstrengungen, konkrete Lösungen für die Umweltkrise zu suchen, vergeblich zu sein, nicht allein wegen der Ablehnung der Machthaber, sondern auch wegen der Interesselosigkeit der anderen.

Die Haltungen, welche die Lösungswege blockieren, reichen von der Leugnung des Problems bis zur Gleichgültigkeit, zur bequemen Resignation oder zum blinden Vertrauen auf die technischen Lösungen.

Wir brauchen eine neue universale Solidarität

Es bedarf  der Talente und des Engagements aller, um den durch den menschlichen Missbrauch der Natur angerichteten Schaden wieder gutzumachen. Alle können wir an der Bewahrung der der Erde mitarbeiten, ein jeder von seiner Kultur, seiner Erfahrung, seinen Initiativen und seinen Fähigkeiten aus.

In den folgenden Kolumnen werden wir unter bestimmten Aspekten einen kurzen Überblick über die aktuellen Krisen geben, zu dem Zweck, die besten Ergebnisse des heutigen Stands der wissenschaftlichen Forschung zu übernehmen, uns davon zutiefst anrühren und inspirieren zu lassen.  Dem folgt dann eine Basis der Konkretheit unter ethischen, humanitären Gesichtspunkten.

Dann werden wir versuchen, zu den Wurzeln der gegenwärtigen Situation vorzudringen, so dass wir nicht nur die Symptome betrachten, sondern auch die tiefsten Ursachen. Auf diese Weise können wir eine Ökologie vorschlagen, die in ihren verschiedenen Dimensionen den besonderen Ort des Menschen in dieser Welt und seine Beziehungen zu der ihn umgebenden Wirklichkeit einbezieht.

Im Licht dieser Überlegung möchten wir fortfahren mit einigen ausführlichen Leitlinien für Dialog und Aktion, die jeden von uns betreffen.

Obwohl jede Kolumne seine eigene Thematik und eine spezifische Methodologie besitzt, greift es seinerseits aus neuer Sicht wichtige Fragen wieder auf, die in den vorangegangenen Artikeln behandelt wurden. Das betrifft speziell einige Zentralthemen.  Zum Beispiel: die enge Beziehung zwischen den Armen und der Anfälligkeit des Planeten; die Überzeugung, dass in der Welt alles miteinander verbunden ist; die Kritik am neuen Machtmodell und den Formen der Macht, die aus der Technik abgeleitet sind; die Einladung, nach einem anderen Verständnis von Wirtschaft und Fortschritt zu suchen; der Eigenwert eines jeden Geschöpfes; der menschliche Sinn der Ökologie; die Notwendigkeit aufrichtiger und ehrlicher Debatten; die schwere Verantwortung der internationalen und lokalen Politik; die Wegwerfkultur und der Vorschlag eines neuen Lebensstils. Diese Themen werden weder abgeschlossen noch aufgegeben, sondern sie werden ständig neu aufgegriffen und angereichert.

Und natürlich erfährst Du auch, was Dein müheloser Beitrag zu einer gesünderen und sozialeren Umwelt sein könnte. Manchmal sind es schlicht Kleinigkeiten, die unser Leben und das Leben aller verbessern.

Viele Erkenntnisse dabei!

Hier geht’s weiter mit Mach mal halblang!

 

 

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