Home Specials Ostern Karsamstag
Karsamstag
0

Karsamstag

0

 

Osterfeuer_

Der Karsamstag (althochdeutsch kara ‚Klage‘, ‚Kummer‘, ‚Trauer‘) ist der letzte Tag der Karwoche und der zweite Tag des österlichen Triduums. Auf ihn folgt der Ostersonntag. Der Karsamstag wird regional auch als Karsonnabend oder stiller Samstag bezeichnet.

Nach traditioneller christlicher Vorstellung ist der Karsamstag der Tag der Höllenfahrt Christi, bei der Jesus in der Nacht nach seiner Kreuzigung in die Unterwelt hinabgestiegen sei und dort im Limbus, dem „Schoß Abrahams“, die Seelen der Gerechten seit Adam befreit habe. Die vorkommende umgangssprachliche Bezeichnung des Karsamstages als „Ostersamstag“ oder als Ostersonnabend weicht von der kirchlichen Tradition ab: Der Ostersamstag ist im christlichen Sprachgebrauch der Samstag der Osteroktav und damit der Tag vor dem Weißen Sonntag, eine Woche nach Ostern.

Der Karsamstag ist der Tag, an dem die Kirche der Grabesruhe Christi gedenkt und mit Fasten und Gebet seine Auferstehung erwartet. Es werden am Karsamstag keine Sakramente gefeiert, die mit Festfreude verbunden sind, insbesondere keine Eucharistiefeier, die Heilige Kommunion wird nur als Wegzehrung (Sterbekommunion) gereicht. Da die Feier der Osternacht eine Vigil ist, die zur Gänze im Dunkeln abgehalten werden soll, beginnt sie in vielen Kirchen in den späten Abendstunden des Karsamstags.

Vor allem an Kathedralkirchen werden am Morgen des Gründonnerstags, des Karfreitags und des Karsamstags feierliche Karmetten mit der Gemeinde gesungen. Die anderen Tagzeiten des Stundengebets und besondere Andachten, wie die Kreuzwegandacht, werden ebenfalls gefeiert.

Der Altar der Kirche ist nicht mit Altartuch, Kerzen oder Blumen geschmückt, sondern zeigt den nackten Stein, Zeichen des „Ecksteins[1] Christus. Zur Verehrung durch die Gläubigen ist in den Kirchen immer das Kreuz aufgestellt, häufig auch eine Ikone des Abstiegs Christi in die Unterwelt oder eine Pietà (Vesperbild). Von der Enthüllung des Kreuzes in der Feier vom Leiden und Sterben Christi bis zur Osternacht wird das Kreuz beim Vorüberschreiten durch eine doppelte oder einfache Kniebeuge geehrt, wie sonst das ausgesetzte Allerheiligste.

Am Karsamstag bereitet man sich mit dem Osterfasten auf das Hochfest Ostern vor. Der Karsamstag endet mit dem Beginn der Feier der Osternacht, die als Nachtwache bereits zur Liturgie des Ostersonntags gehört.

Karsamstag und Osterfeiertage

Im Gegensatz zu Weihnachten findet das Osterfest nicht immer am selben Datum statt, sondern richtet sich nach dem Mond: Steht im Frühjahr der erste Vollmond am Himmel, so ist der darauf folgende Sonntag der Ostersonntag. Daran orientieren sich auch die Termine für Fastnacht und Pfingsten.

Wie kommt Ostern eigentlich zu seinem Namen? Da gibt es unterschiedliche Erklärungen. Die erste, und wahrscheinlich richtige: Das althochdeutsche Wort für Ostern, „ostarun“, bedeutet Morgenröte. Es war Brauch, in der Ostemacht bis zum nächsten Morgen wach zu bleiben. Bei Tagesanbruch nahm man dann an der Auferstehungsfeier in der Kirche teil.

Eine ganz andere Erklärung hatten verschiedene Gelehrte in den vergangenen Jahrhunderten. Und, da sie so schön romantisch ist, hat sie sich bis heute gehalten, obwohl es dafür keinen Nachweis gibt. Der Kirchenlehrer Beda Venerabilis und später auch Jacob Grimm vermuteten, der Name Ostern gehe auf eine germanische Frühlingsgöttin mit dem Namen Ostara zurück. Im Angelsächsischen hieß die Frühlingsgöttin „Eostrea“, im Lateinischen „Aurora“. Ihr zu Ehren sei jedes Jahr ein Frühlingsfest gefeiert worden, das später dann von Ostern abgelöst worden sei. So schön diese Vorstellung auch sein mag, ein Beweis für die Göttin Ostara fehlt jedoch bis heute.

Karsamstag

Dieser Tag war früher der stillste im ganzen Jahr. Im heutigen Alltag spürt man meist nicht mehr viel von der besonderen Stille dieses Tages.
Man ist mit den Vorbereitungen für die Ostertage beschäftigt und in vielen Familien ist der Ostersamstag ein gemeinsamer „Backtag“.

Es werden besonders bunte und schöne Torten gezaubert oder typisches Ostergebäck in verschiedenen Formen und Figuren. Diese Gebäcke heißen „Gebildebrote“ und einige haben eine besondere Symbolik. Der Zopf zum Beispiel gilt als Glücksbringer und zusammen gelegt als Osterkranz soll er Glück, Gesundheit und Lebenskraft bringen. Das Osterlamm ist in seiner Symbolik klar – das Opferlamm. Weiter darf der Hase nicht fehlen – wer soll sonst die Ostereier bringen!

Auch war es Brauch, vor allem die Kinder am Karsamstag zur Beichte zu schicken. Da dies nicht immer ein beliebter Gang war, wurden zur Belohnung danach sogenannte Beichtwaffeln gebacken.

An althergebrachten Bräuchen und Rezepten aus anderen Ländern mangelt es auch nicht. In Russland isst man vielerorts zum Osterfest noch heute Kulitsch mit Passcha: Osterkuchen aus Hefeteig mit Rosinen und Mandeln, gepaart mit dem himmlischen Osterdessert aus Quark und süßer Sahne.

Holland ist berühmt für sein Paaschbrod, und in der Schweiz gibt es Osterfladen.

Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestShare on TumblrShare on Google+Print this pageEmail this to someone

Falls Dir dieser Beitrag gefällt, freuen wir uns über Deine Unterstützung!


Dein Glücks-Newsletter

Unser kostenloser Newsletter informiert Dich regelmäßig über alles rund ums Thema Glück.

Datenschutzrichtlinien