Home Kolumne Vom Segen, helfen zu können – oder wie Du die Welt verbesserst!
Vom Segen, helfen zu können – oder wie Du die Welt verbesserst!
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Vom Segen, helfen zu können – oder wie Du die Welt verbesserst!

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© lolostock by istockphoto
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von Susanne Hühn

Es gibt ein neues Buch von Uschi Glas, es heißt

Vom Glück, gebraucht zu werden

und dieser Titel berührt mich tief. Ich schreibe viel über Coabhängigkeit, das ist die Sucht, gebraucht zu werden. Darüber vergesse ich manchmal zu sagen: es zutiefst erfüllend, für andere dazu sein, wenn es nicht zwanghaft geschieht.

Gerade heute, am Morgen, habe ich das erlebt: ich lag noch im Bett und eine meiner Katzen kam zu mir. Sie machte diesen Milchtritt und wollte unter die Decke. Nichts besonderes, das macht sie oft. Aber draußen war es kalt und ich hatte auf einmal diesen Gedanken:

Es gibt so unendlich viel Leid, das wir Menschen uns gegenseitig zufügen, und meistens auch noch mit voller Absicht. Menschen haben so viel Angst voreinander: vor Terroranschlägen, vor Krieg und Attentaten, davor, dass ihnen andere Menschen die Arbeit wegnehmen, den Partner, die Wohnung. Davor, dass sie übervorteilt werden, beschämt, verletzt. All das machen wir selbst. Wir Menschen fügen uns und den Tieren Leid zu. Wenn ich nun dieser kleinen Katze Liebe, ein Zuhause, Fressen und ein warmes Plätzchen am Ofen anbieten kann, dann rettet das nicht die Welt. Aber ein Stück davon. Ich kann für ein kleines Stück Leben sorgen und, das ist das Wichtigste: Ich kann es. Ich bin dazu befähigt.

Sie braucht mich vielleicht gar nicht, käme auch allein klar, wer weiß. Aber ich erlebe mich selbst als machtvoll im besten Sinne des Wortes, wenn ich sie füttere und für sie sorge.

Wir alle sind machtvoll.

Wir können anderen Menschen schaden oder wir können ihnen helfen, ihnen das geben, was wir eben zu geben haben. Jeden Tag haben wir die Wahl.

Warum ist es für viele so schwierig, anderen Menschen, womöglich Fremden, etwas zu geben?

Weil sie selbst nicht genug haben oder auch denen, die sie lieben, nicht das geben können, was sie so gerne geben würden. Das muss man sehr ernst nehmen. Wenn man genötigt wird, zu helfen, obwohl man denen, die man liebt, schon nicht helfen kann, dann erweckt das Groll. Mit Recht. Kann man gerade so für sich selbst sorgen und soll davon noch etwas weitergeben, dann ist das bitter.

Im Schamanismus sagt man: man soll sich dreimal selbst nähren und dann etwas weitergeben. Das erste Mal, damit man selbst satt wird. Das zweite Mal für den eigenen Vorrat, das dritte Mal, um genau das dann weiterzugeben.

Viele Menschen fühlen sich maximal eineinhalbmal genährt und sollen davon eine ganze Portion abgeben. Und doch. Der Segen, helfen zu können und das Glück, gebraucht zu werden, nähren das Herz. Das klingt kitschig, nun ja, es stimmt dennoch.

Geben wir heute etwas weiter. Ein Lächeln, das wir übrig haben. Lassen wir jemanden an der Kasse vor, schenken wir ihm ein klein wenig Zeit. Bringen wir ein paar Kleidungsstücke in die Kleiderkammer, Kleider, die gut sind, die uns gefallen, die wir aber dennoch nicht mehr anziehen. Ja, wir könnten sie verkaufen. Wir könnten sie aber auch verschenken. Stellen wir einen Korb mit dem, was wir nicht mehr brauchen, vor die Haustür, vielleicht braucht es ein anderer. Gehen wir mit einem Hund spazieren, den keiner haben will, schenken wir ihm Zeit und Zuneigung. Das klingt so einfach und gleichzeitig so kompliziert, doch wie immer wird es leicht, wenn man es schlicht weg tut.

Danken wir denen, für die wir sorgen dürfen. Unserem Partner. Der Familie. Den Tieren.

Und selbstverständlich gibt es dann noch diesen wichtigen, liebenswerten Menschen, der unsere Hilfe und unsere Fürsorge am allermeisten braucht: uns selbst.

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