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Warum es so wichtig ist, die falschen Freunde loszuwerden

Warum es so wichtig ist, die falschen Freunde loszuwerden

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©CREATISTA by iStockphoto

von Gereon von Ehrenfeld

Freunde sind nicht gleich Freunde. Es gibt die engen, die langjährigen, die nicht-so-engen und die, denen man sich einfach verpflichtet fühlt. Es fällt oft schwer, in Freundschaften konsequent zu sein. Denn wir haben schließlich alle gelernt, dass Freundschaften wichtig sind. Das wir sie brauchen, das sie kostbar sind und wir sie nicht wegwerfen sollten. Und so halten wir manche Freundschaften pflichtschuldigst über Jahre aufrecht, obwohl sie uns eigentlich gar nichts geben, wir vielleicht sogar davon belastet sind – aber uns nicht trauen ganz klar zu sagen: Tut mir leid, in Zukunft ohne mich.

Belastende Freundschaft

Aber es gibt dann noch eine andere Art von Freundschaft. Und das ist eine Art, die wirklich belastet. Es sind Freunde, die man zwar mag, sogar sehr, die einem aber nicht gut tun. Weil sie fordernd sind, weil sie kletten und kleben. Man irgendwann, leider immer zu spät, entdeckt, dass sie nur sich selber kennen. Das macht diese Freunde auch so gefährlich.

Denn wenn man sie kennenlernt, können sie geradezu überschwänglich sein. Sie öffnen sich schnell, sie verkünden schnell große Freundschaft und lassen einen hinein in ihr Herz und in ihr Leben. Aber irgendwann wird man merken das sie das nicht uneigennützig tun. Sie tun es, weil sie ausschließlich um sich selber kreisen. Und eben jemanden brauchen, der sie dabei anfeuert. Der sie anfeuert, und der dabei mitmacht. Aber zugleich haben solche Freundschaften auch etwas toxisches. Denn auch sie wollen einen ganz für sich alleine. Fordern ein, dass man sich der Freundschaft genau so hingibt. Und zieht man sich zurück, sind sie beleidigt, tief getroffen.

Das sind Freundschaften, die halten meistens nicht sehr lange. Die können gar nicht lange halten. Weil über kurz oder lang die Balance kippt. Denn solche Freunde sind so gut im Einfordern, im Sensibel-Sein, im Sich-selber-wichtig-nehmen, dass man ihnen schnell glaubt und sie wie in Watte packt. Bloß nichts falsch machen. Der andere wird so heilig, man denkt, man schulde es der Freundschaft, ganz ganz rücksichtsvoll zu sein.



Gefährlicher Moment

Doch das ist der Moment, der gefährlich ist. Denn an dieser Stelle sind wir verwundbar. Wir werden zu gutmütig. Aus lauter Sorge, den anderen verletzen zu können, kommen wir diesen Freunden über Gebühr entgegen. Wir tun alles für sie. Räumen die Wohnung aus, leihen ihnen Geld, schlucken die eigenen Sorgen hinunter und haben nur noch Ohren für den anderen.

Nur, wer sich davon Dankbarkeit verspricht, der wird enttäuscht. Dazu sind diese Sorte Freunde gar nicht fähig. Stichwort Egozentrik. Wer so um sich selber kreist, hält jeden Aufwand, der getrieben wird, für nicht nur berechtigt, sondern für absolut notwendig. Solche Freunde nehmen es gar nicht mehr wahr, wenn man etwas Besonderes für sie tut. Irgendwann können sich solche Freunde noch nicht mal mehr bedanken.

Besser früher als später

An dieser Stelle merkt man oft, was der Kern dieser Freundschaft ist. Es ist reine Mathematik. Wer nicht mehr genug gibt, damit sich der andere gut fühlt, der bekommt die kalte Schulter gezeigt. Und das, was man noch bis vor kurzem als enge Bindung wahrgenommen hat, verdampft unter der gekränkten Eitelkeit zu patziger Gekränktheit.

Eine solche Situation ist schwierig auszuhalten. Vieles geht dabei zu Bruch. Umso wichtiger daher, dass es erst gar nicht zu einer solchen Situation kommt. Es ist nicht ganz einfach, solche Situationen kommen zu sehen. Aber es geht einfacher, Menschen einzuschätzen. Und Freunde, die so nachhaltig neurotisch um sich selber kreisen, die sollte man daher mit großer Vorsicht genießen. Denn klar ist, wer da nicht mitmacht, der fliegt über kurz oder lang aus dem Orbit. Das kann weh tun. Deswegen sollten wir solche Art von Freunden lieber früher als später loswerden. So weh das auch tun mag. Es ist besser so.

 

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