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Warum wir Trump nicht mit seinen eigenen  Waffen schlagen sollten
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Warum wir Trump nicht mit seinen eigenen Waffen schlagen sollten

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© mfhiatt by istock photo

von Simone Debour

Wir sollten eine deutliche Sprache sprechen, wenn wir uns über die aktuelle Politik des US-Präsidenten aufregen, habe ich geschrieben. Ja, dazu stehe ich. Aber wir sollten gewisse Grenzen dabei nicht überschreiten. Schön daran ist, dass wir das auch können. Denn wir haben eher Ahnung davon, dass die Welt nicht schwarz/weiß ist.

Anders als Trump.

Während des Wahlkampfs wurde die Primatenforscherin Jane Goodall gebeten, Trumps Verhalten einzuschätzen. Und sie war nicht die Erste, die sein Verhalten als das eines männlichen Primaten beschrieb. Goodall sagte:

In vielen Bereichen erinnert mich Trump an männliche Schimpansen und ihre Dominanz-Rituale. Um Rivalen zu beeindrucken und in der Hackordnung nach oben zu kommen, stellen sie sehr dominantes Auftreten zur Schau: auftreten, den Boden schlagen, Äste herumschleppen, Steine werfen. Je beeindruckender diese Show, desto schneller kann derjenige in der Hierarchie nach oben kommen, und desto wahrscheinlicher bleibt er auch da.

In der Tat, diese Beschreibung kommt uns ziemlich bekannt vor, oder?! Denn mit Trumps Wahlkampf und seinem Auftreten als Präsident (dazwischen scheint es keinen Unterschied zu geben) macht er vor allem immer wieder deutlich, dass er Politik, Wirtschaft, überhaupt jede Form des gesellschaftlichen Miteinanders zuvorderst als eins versteht: Als Kampf. Als Armdrücken, als “mein Haus/Boot/Auto-ist aber größer als deins”. Dieses kindisch-plumpe Gehabe möchte man nicht wahrhaben – aber es ist leider wahr. Wer lauter schreit, gewinnt. So funktioniert der mächtigste Mann der Welt.

Das ist allein deswegen schon so fatal, weil es in der Demokratie tatsächlich auch immer um eins gehen (sollte) – die Stimme für Menschen zu erheben, die sonst nie gehört würden. Weil sie viel zu leise sind. Und das ist auch der Grund, warum wir uns zwar nicht scheuen sollten, Trump’s Politik wo nötig ein knackiges Schimpfwort entgegenzuschleudern, aber uns davor hüten sollten, sein Verhalten zu imitieren. Denn da ist Trump eben tatsächlich der König der Schimpansen. Gegner fertigmachen, unter die Gürtellinie zielen, so laut schreien, dass andere nicht mehr gehört werden? Geschenkt. Das kann er. Klar, wer nur lange genug auf Gegner einprügelt, die sich nicht gut wehren können, der ist irgendwann der einzige Affe im Käfig. Aber das ist eben genau der Punkt: Trumps Gegner sind selten auf Augenhöhe. Es sind die Schwachen, die Armen, die Zurückhaltenden – diejenigen, die in dieser Art der politischen Auseinandersetzung immer den kürzeren ziehen werden.

Das sollten sich daher auch Politiker/innen im Umgang mit dem US-Präsidenten angewöhnen: Kein Versuch, mit diesem Menschen einen Bizeps-Vergleich anzustellen. Wer sich auf dieses Spiel einlässt, wird verlieren. Denn das Trump der Meister darin ist, dass haben wir leider nun wirklich gesehen. Wir können anders. Das sollten wir als Stärke verstehen.

Trump Teil 1:  Wir sollten Kraftausdrücke meiden – aber diese Zeiten erfordern eine deutliche Sprache

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