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Warum wir weniger hart zu uns sein sollten
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Warum wir weniger hart zu uns sein sollten

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Warum wir nicht so hart zu uns selbst sein sollten
© Juanmonino by istock photo

von Simone Debour

Es fällt uns oft gar nicht selber auf. Meistens sind es gute Freunde, die uns darauf hinweisen müssen:

Sei doch nicht so hart zu Dir selbst!

Denn ja, wir sind oft zu hart zu uns selbst. Wir finden unser Verhalten nicht souverän genug, ärgern uns darüber, dass uns Kleinigkeiten zu nahe kommen, trauern verpassten Möglichkeiten hinterher oder der verpassten Chance, den Kollegen mal auf die Seite zu nehmen und Tacheles zu reden. Wir sind nicht so, wie wir es von uns erwarten würden. Aber warum haben wir überhaupt so hohe Erwartungen an uns selbst?

Sind wir die Helden in unserem eigenen Drehbuch?

Psychologen beschreiben die Art und Weise, wie wir unser eigenes Leben verständlich machen als “narrative identity”, in etwa: Die Identität, die durch Geschichten erzählt wird. Wir verstehen unser Leben als Narrativ, als eine Art Geschichte, unsere Vergangenheit, unsere erwünschte Zukunft erzählen wir uns selbst, um unserem Leben Sinn und Kohärenz zu geben.  Und im Rahmen dieser Geschichten sind wir unsere eigenen Helden. Was eben auch erklärt, warum wir so hohe Erwartungen an diesen “Helden” haben. Denn ein Held, so das Ideal, lebt entsprechend seiner Überzeugungen und Ziele, wenn ein Held dabei wackelt, strauchelt oder schlicht versagt, irritiert das. Und es irritiert umso mehr, wenn dieser Held Teil unserer Geschichte ist. Wenn wir selbst der Held sind.

Aber, das könnten uns andere Helden-Geschichten eben auch gelehrt haben, Helden sind nicht fehlerlos. Im Gegenteil. Ohne Umwege, Zweifel und Verzweiflung ist noch kein Held ans Ziel gekommen. Nicht Odysseus, nicht Batman. Dafür gibt es eben auch einen guten Grund. Denn “nicht so hart zu sich” zu sein, bedeutet vor allem nicht so viel an uns zu zweifeln.

Klar, Kritik ist wichtig. Reflexion ist wichtig. Wir sind nicht perfekt und eine kritische Begleitung unserer “narrative identity” ist sicherlich angebracht. Aber diese Skepsis an uns selbst kann auch zu weit führen. Dann nämlich, wenn wir in einer permanenten Spirale der Selbst-Beobachtung feststecken: Hätte ich gestern nicht besser…? Sollte ich nicht vielleicht….? Warum ärgert mich das so…? Ich sollte eigentlich, aber….! Ja, ja. Hätte, hätte. Aber wer mit einem steten “hätte” oder “besser” und “vielleicht” durch das Leben wandelt, der wird nicht lange brauchen, um ein Selbstbewusstsein zu haben, dass kaum mehr wahrnehmbar ist.

Unter ständiger Selbst-Kritik leidet unsere Selbst-Wahrnehmung. Wir glauben irgendwann, dass wir nichts wert sind. Und nichts Gutes verdient haben. Das hat auch Auswirkungen auf unser Glücksgefühl und inwiefern wir glauben, dass wir Glück verdient haben. Wer sich selbst runtermacht, wird konsequenterweise auch irgendwann aufhören, sich Mühe zu geben. Denn wir haben ja nichts Gutes verdient! Das ist leider die Konsequenz. Auch wenn diese Beschreibung vielleicht hart klingt. Glaube mir, Du willst nicht so weit gehen um herauszufinden, dass ich damit recht habe.

Da es oft Freunde sind, die uns auf unsere “Selbst-Härte” aufmerksam machen, sollten wir aufmerken. Und uns einfach mal in ihre Rolle hineinversetzen. Was würde man selber einem guten Freund sagen, der sich gerade über sich selbst beklagt. Der sich ungenügend findet, fehlerhaft und unzufrieden mit dem eigenen Verhalten ist. Genau, wir würden ihn erstmal aufbauen. Ihm sagen, dass er ein guter Mensch ist. Ihm erklären, dass Selbsterkenntnis der erste Schritt zur Besserung ist und er das beim nächsten Mal sicherlich anders machen würde. Aber grundsätzlich würden wir ihm vermutlich vor allem eines raten: “Sei nicht zu hart zu Dir!”

Wir sollten anfangen, bessere Freunde zu uns selbst zu sein.

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