Single? Was viel wichtiger sein kann als ein Partner

Single? Was viel wichtiger sein kann als ein Partner

0
© Alija by istock photo

von Simone Debour

Im Frühling Single zu sein, fällt vielen nicht leicht. War der Winter schon hart genug, wird der Frühling jetzt paradoxerweise noch härter. Blumen stecken ihre Köpfchen durch die Erde, Paare laufen Hand in Hand durch den Park…überall scheint Leben, nur man selber fühlt sich womöglich einsam und gestresst. Und wir merken: Beziehungen sind wichtig. Sie streicheln nicht nur die Seele, sie machen uns auch ein Stück weit gesund.

Das spüren wir nicht nur, dass ist auch so. Das haben erst kürzlich Forscher der Carnegie Mellon University in Pittsburgh herausgefunden. Die Forscher untersuchten mehr als 500 Probanden und Probandinnen. Sie wollten wissen:

Macht es für den Stresslevel der Probanden einen Unterschied, ob sie in einer Beziehung sind, oder nicht?

Den Stresslevel maßen sie mit Hilfe des Stresshormons Cortisol. Dabei stellte sich heraus, dass die verheirateten Probanden den niedrigsten Cortisol-Spiegel hatten. Das ist nicht nur für den Stresspegel relevant, sondern hat auch Auswirkungen auf die Gesundheit. Denn je höher das Cortisol im Blut, desto höher das Risiko für Herzkrankheiten und sogar Krebs.

Ehe gegen Krankheit, also?

Nicht unbedingt. Denn die Studienautoren haben da ein etwas veraltetes Konzept des “in einer Beziehung sein” angewandt. Auch unverheiratete Paare können sich auf gesundheitliche Vorteile ihrer Beziehung freuen – das konnte schon in anderen Studien nachgewiesen werden. Soll das aber nun heißen, dass Singles doch arm dran sind, wenn ihr Stresslevel nachweisbar höher ist? Nicht unbedingt. Denn wichtig für unser geistiges und körperliches Wohlbefinden ist nämlich weniger die Tatsache, dass wir in einer romantischen Beziehung sind, sondern vielmehr, dass wir stabile Beziehungen haben. Zu Freunden und Familie.

Wie vielleicht jeder schon einmal schmerzhaft erfahren hat, ist eine romantische Beziehung kein Glücksgarant. Im Gegenteil. Nirgends können wir verzweifelter und einsamer sein, als in einer unglücklichen Beziehung. Da kann man mit demjenigen zehnmal verheiratet sein. Ein Trauschein klebt kein Glück auf das “Wir”.

Das lohnt es sich klarzumachen, wenn man als Single mal wieder die Schwere der Welt auf den Schultern stemmt und meint, man müsse für ewig allein aus dem Fenster starren. Das einzige, was wirklich dauerhaft und zuverlässig gegen Stress und Krankheiten schützen kann sind nämlich nicht romantische Beziehungen. Sondern Beziehungen per se. Wer ein soziales Netz hat, das hält und einem gut tut, der lebt länger. Und der lebt glücklicher. Das haben etliche Studien schon beweisen können. Wir tendieren nur manchmal dazu, dass auszublenden. Vielleicht, weil wir unsere Freunde für selbstverständlich halten, vielleicht weil wir ihnen schon lange nicht mehr gesagt haben, wie besonders sie sind.

Dabei ist es gerade in Momenten der Einsamkeit wichtig, sich Unterstützung genau dort abzuholen, wo sie für uns bereit liegt: Bei guten Freunden.

Sicher, Freunde können eine gewisse Art der Intimität nicht bereithalten. Aber sie geben uns etwas, dass mit Gold kaum aufzuwiegen ist: Das Gefühl, geliebt zu werden. Weil wir eben liebenswert sind. Und mit dem Gefühl kann der Frühling vielleicht kommen.

Mehr zum Thema Partnerschaft, Freunde und Beziehungen

Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestShare on TumblrShare on Google+Print this pageEmail this to someone

Falls Dir dieser Beitrag gefällt, freuen wir uns über Deine Unterstützung!


Dein Glücks-Newsletter

Unser kostenloser Newsletter informiert Dich regelmäßig über alles rund ums Thema Glück.

Datenschutzrichtlinien