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Wer viel liest, der hat einen Vorteil

Wer viel liest, der hat einen Vorteil

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Shot of a young woman sitting on her sofa reading a book and drinking a coffee
© kupicoo by iStockphoto

von Simone Debour

Bücher mochte ich schon immer. Und Menschen, die viel Bücher lesen auch. Schon meine Großtante warnte mich vor Menschen, die keine Bücher zuhause haben. Denen sei nicht zu trauen, meinte sie. Ich fand das lange Zeit übertrieben, aber ehrlich gesagt deckt es sich mittlerweile mit meiner Lebenserfahrung.

Und eine neue wissenschaftliche Studie zeigt, dass da sogar ganz unabhängig von persönlicher Erfahrung etwas dran sein könnte. Denn Forscher der Kingston University London fanden heraus, dass Lesen Menschen einfühlsamer und zugewandter macht.



Für die Studie befragten die Forscher gut 120 Probanden nach ihren Freizeitgewohnheiten: Was tun sie lieber? Lesen, ins Theater gehen oder fernsehen? Im Anschluss wurden Persönlichkeitstests durchgeführt.

Dabei stellte sich heraus, dass Leser sozialverträglicher sind als Menschen, die viel fernsehen. Allerdings ging es dabei nicht nur um Leser per se. Auch das Buchgenre spielte eine Rolle. Insbesondere Leser von Dramen und Romanen zeigten sich als besonders emphatisch.

Die Forscher erklärten, dass diese Empathiefähigkeit wohl damit zusammenhängt, dass regelmäßige Leser geschulter und interessierter darin sind, unterschiedliche Sichtweisen anzunehmen und sich so besser in andere Menschen hineinversetzen können.

Und das kann man auch als Laie nachvollziehen. Wer viel liest, der konsumiert nicht einfach nur. Auf einen Roman muss man sich einlassen, man kann nicht parallel etwas anderes tun. Beim Fernsehen kann man sich die Nägel lackieren, essen, Smartphone checken oder die Zeitung überfliegen. Beim Lesen hingegen kann man nichts anderes machen. Beim Lesen kann man nur lesen. Das ist insbesondere so wohltuend, wenn wir gerade sehr gestresst oder belastet sind. Denn auch unser Kopf kommt beim Lesen zur Ruhe. Das Gedankenkarussell hört auf. Es ist völlig unmöglich, einen Roman zu lesen und gleichzeitig über etwas nachzugrübeln. Lesen ist eine wunderbare Alltagsflucht.

Aber, wie wir gesehen haben, ist es eben nicht nur eine Flucht. Es ist auch ein Eintauchen. Ein Eintauchen ins Leben. Ein Eintauchen in die Gedanken und Gefühle anderer Menschen und je mehr wir uns dem aussetzen, desto besser gelingt es uns, das Leben und die Probleme anderer Menschen nachzuvollziehen. Und wir werden empatischer. Und freundlicher. Ich stimme meiner Großtante bei. Wer keine Bücher zuhause hat, dem sollte man nicht trauen…

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