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Wie du an Krisen wächst – statt zu zerbrechen!

Wie du an Krisen wächst – statt zu zerbrechen!

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Wie Du an Krisen wächst
© Yaoqi Lai by Unsplash

von Dagmar Thiam

Na, du hast es doch gut …

An diesen Satz einer Freundin vor Jahren, als ich noch verheiratet war und mich in meiner Ehe mit einem Profi-Fußballspieler in sehr gutsituierten Verhältnissen befand, habe ich mich gestern Abend erinnert.

Ich erfuhr nämlich von einer Bekannten, deren Mann sich vor einem Jahr von ihr getrennt hatte, dass sie immer noch sehr unglücklich sei und sich in echten emotionalen Nöten befände.

Diese Bekannte gehört zu der Sorte Frau, die wirklich toll aussieht, regelmäßig Sport macht und somit eine Top-Figur hat, beruflich sehr erfolgreich und damit finanziell stabil ist und zwei entzückende Töchter hat.

Sie leidet aber extrem unter dem Alleinsein.

Wenn man sie so von außen betrachtet, denkt man sich – Mannomann, die hat ja ihr Leben im Griff und sieht auch noch so toll aus dabei. Wahnsinn.

Und wenn eine solche Frau dann sagt, ihr geht es gar nicht gut, sie fühle sich wie halbiert, sie ist wahnsinnig traurig, bekommt sie des Öfteren zu hören:

Na, das wird schon, du hast doch alles, dir geht es doch gut. Schau dir mal die anderen Frauen an, die kein Geld haben; der Mann ist weg, sie müssen ihre Kinder alleine durchbringen … DAS bekommst DU schon hin.

Ich erinnere mich noch gut an diese Rat-„Schläge“ nach dem Ende meiner Ehe …



Die gängige Meinung von Außenstehenden:

Wer nach außen tough und strahlend auftritt, fühlt sich vermeintlich nicht sooo schlecht!

Wer finanziell eher auf der Sonnenseite steht, der verkraftet einen Tiefschlag schon irgendwie – auf jeden Fall leichter als andere.

Damit ist schon einmal ein Problem identifiziert:
„Gut gehen“ ist vor allen Dingen ein Begriff, der dem Äußeren einer Person und deren finanziellem Status zugeordnet wird. Und dieser habe – so die Denke vieler – mit dem seelischen und emotionalen Wohlbefinden zu korrelieren. Dies ist aber nicht zwingend der Fall.

Und die Tatsache, dass man in einer schweren Lebenssituation auch noch solchen Einschätzungen ausgesetzt ist, macht es nicht leichter, sich ehrlich und tiefgängig einer echten Krise zu stellen. Man „jammert ja auf hohem Niveau“ in den Augen anderer!

Widmen wir uns dem zweiten, entscheidenden Aspekt:
Warum bekomme ich eigentlich bestimmte Lebensbereiche toll hin und rase dabei durch mein Leben, bin aber trotzdem auf der anderen Seite so unglücklich?

Auch wenn es dafür sicher sehr individuelle Gründe im Leben von Menschen gibt, stellt sich hier für mich immer erst einmal eine grundsätzliche Frage:

Hast du dir Zeit genommen, dich ehrlich mit dir auseinanderzusetzen und die Krise wirklich „durchlebt“? Also genutzt, um stärker daraus hervorzugehen?

Oder bist du nun viel unterwegs, hast dich in zahlreiche Aktivitäten gestürzt und versuchst, dich „im Außen“ zu heilen? (Neue Kleider, neuer Hund, abends ausgehen, viele Urlaube, viele Flirts, 3-mal die Woche Sport, mit den Kindern immer unterwegs, …)

Wenn du eher zum zweiten Typus Frau gehörst, empfehle ich dir sehr, 3 Gänge zurückzuschalten und dir Zeit für „Seelenreparatur- und pflege“ zu nehmen. Die investierte Zeit lohnt sich lebenslang!

Wenn du in deinem Leben gerade eine echte Krise durchläufst oder zumindest merkst, dass es dir nicht gut geht und immer wieder an dieselben Knotenpunkte kommst:

Nimm deine Nöte ernst und lass dir nicht einreden, dass es dir gut gehen „sollte“!

Nimm dir Zeit, rede darüber und drück nicht ständig weg, was auch immer da hoch kommen mag. Was Bekannte oder Familie über deine Gefühlslage sagen, ist deren Wahrnehmung. Die Expertin im Thema bist DU.

Verbringe Zeit mit dir alleine und hör auf zu rennen!
Auch wenn es hart ist, mit sich alleine zu sein, Traurigkeit zu spüren, zu weinen, Musik zu hören und schweren Gedanken nachzuhängen, sich einsam zu fühlen – es ist erst einmal ein Prozess, den man auch zulassen sollte und der notwendig ist. Eine solche Periode bewusst mit sich zu durchlaufen, bis sie überstanden ist und es allmählich aufwärts geht, bringt dir vor allem eins: Du hast erfahren, dass du mit dir alleine sein KANNST. Und dass du den Schmerz überstehst und er allmählich weicht. Du lernst so, auf dich selbst zurückzugreifen und erst einmal mit DIR allein glücklich sein zu können. Du brauchst niemanden, der dich „ganz“ macht. Und dieses Gefühl bleibt und ist nun eine unglaubliche Ressource.

Paulo Coelho hat einmal gesagt:

Wenn du nie alleine mit dir bist, kannst du dich nicht kennenlernen!

Rede darüber, bis du dich selber nicht mehr hören kannst!

Verbringe auch so viel Zeit, wie du benötigst, damit, deinen Frust, deine Hilflosigkeit, deine Wut herauszulassen. Rede dich leer, nutze deine wohlwollenden Freunde als Seelen-Mülleimer. Sie werden das verstehen und dich stützen.

Irgendwann kannst du dich selber nicht mehr hören, und dann solltest du merken: „Jetzt hab ich mich monatelang damit beschäftigt und alles rausgelassen – aber: Nun will ICH wieder AGIEREN und nicht mehr nur REAGIEREN.“

Der Lösung ist egal, wo das Problem herkommt.
Jetzt ist es an der Zeit, sich nicht mehr mit der Vergangenheit aufzuhalten, sondern sich auf das zu konzentrieren, was DU TUN kannst.

Nachdem du dich genügend ausweinen durftest, hast du nun wieder Raum und Energie für DICH.

Nutze Experten! Egal bei welchem Thema!

Solltest du das Gefühl haben, dass du alleine oder mit Hilfe deines Umfeldes nicht entscheidend weiter kommst: Such dir jemanden, der diese Situationen kennt und helfen kann. Mach die ersten Schritte an der Hand von einem Coach oder einem Therapeuten, der weiß, was er tut und dir das Gefühl gibt, einen geschützten Raum zu haben. In dem du nur Wohlwollen und Bestätigung erhältst.

Ich bin ein glühender Verfechter von jeder Art von Experten. Ich glaube nicht, dass man alles alleine machen sollte. Such dir Hilfe, wenn du dich überfordert fühlst, egal ob es um den Computer oder deine Kinder geht. Dies bereichert dein Leben, da du schneller Probleme in den Griff bekommst. Und nicht so schnell überlastet bist mit all den Dingen, die im täglichen Leben als alleinerziehende Mutter, als Selbstständige oder Familien-Organisatorin auf dich zukommen.

Es ergibt sich riesiges Potenzial, wenn du eine Krise so verstehst und nutzt, wie sie betrachtet sein will: nämlich als Motor und Kraftgeber für dein weiteres Leben.

Das ist zugegebenermaßen zeit- und gefühlsintensiv – und klingt zunächst einmal nicht sehr glaubhaft, wenn man richtig durchhängt.

Aber sich in dieser Lebensphase bewusst mit DIR zu beschäftigen, bringt dir auf Dauer mehr Lebensintensität und Stärke als jedes schicke Kleid und jeder Wochenendtrip zum Ablenken.

Wenn du dich dann mit Äußerlichkeiten nicht mehr ablenken musst, sondern dich damit tief beglücken kannst, werden diese auch viel intensiver und wertvoller …:)

Du bist der Taktgeber deines Lebens!

Herzlichst – Dagmar Thiam

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