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Wie funktioniert eigentlich Willenskraft?

Wie funktioniert eigentlich Willenskraft?

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© enisaksoy by istock photo

Es ist wieder soweit. Ein neues Jahr hat begonnen und es scheint als habe wirklich jeder, also fast jeder, mindestens einen guten Vorsatz parat. Abnehmen, mehr Sport treiben, mehr lesen, weniger Zeit im Internet verdaddeln. Und fällt es uns in den ersten Tagen des neuen Jahres vielleicht noch leicht, wird es zunehmend schwerer und schwerer…bis wir irgendwann vor uns selber kapitulieren und eingestehen: Ich habe einfach nicht genug Willenskraft. Wir geißeln uns dafür, aber was kann man tun? Der Wille reicht halt nicht, denken wir uns dann frustriert und fühlen uns irgendwie nicht ganz komplett.

Aber was hat es eigentlich mit dieser Willenskraft überhaupt auf sich? Ist sie wirklich so unfair verteilt wie manche Talente?

Willenskraft ist eine Verhaltensweise und keine Charaktereigenschaft

Gemeinhin wird Willenskraft als die Fähigkeit definiert, Dinge in Angriff zu nehmen, auch wenn die Umstände schwierig sind und wenn – zumindest ein Teil von uns – sie gar nicht machen will. Aber so definiert ist Willenskraft eben eine Verhaltensweise und keine Charaktereigenschaft. Und Verhaltensweisen, das wissen wir aus der Forschung, kann man zu einem Teil eben doch verändern. Die Frage ist nur, wie?!

Wichtig ist zunächst, dass wir verstehen lernen, das Willenskraft keine Ressource ist. Es ist nichts, von dem manche Menschen besonders viel und andere besonders wenig besitzen. Wir können sie nicht trainieren, nicht mehr davon anhäufen. Manchmal haben wir sie, manchmal haben wir sie nicht. Und dann lohnt es sich zu fragen: Warum nicht? Wer seit Jahren schon unerfolgreich versucht, zweimal die Woche joggen zu gehen und immer wieder daran scheitert, der sollte sich vielleicht einen anderen Sport suchen. Denn auch Willenskraft hat etwas mit unseren Gefühlen, Präferenzen, unserer Stimmung und unserer psychischen Belastbarkeit zu tun.

Statt in eine Spirale aus Selbstzweifeln zu geraten, sollten wir unsere Vorsätze lieber überdenken: Wie wichtig ist es mir wirklich, schnell abzunehmen? Würde es mich nicht zufriedener machen, und vor allem weniger unter Druck setzen, wenn ich die Diät gemächlich angehe? Oder, anders gefragt: Wie dringlich sind unsere Vorsätze? Wie sehr sind wir bereit, harte Kompromisse dafür einzugehen? Dabei merken wir unter Umständen, dass es auch mit unserem Willen nicht so weit her ist. Kein Wunder, dass wir die entsprechende Willenskraft dazu nicht aufbringen!

Falls die Antwort aber ist: Ja, das möchte ich unbedingt – dann sollten wir uns Strategien überlegen, wie wir unserer Willenskraft helfen könnten. Ein Beispiel: Eine gute Freundin hat vor ein paar Jahren für einen Marathon trainiert. Sie musste dafür fast jeden Tag nach der Arbeit laufen gehen. Aber es fiel ihr sehr schwer, sobald ihre Haustür ins Schloss gefallen war, sich nochmal aufzuraffen. Daher nahm sie jeden Tag ihre Sportsachen mit zur Arbeit und zog sich kurz vor dem Nachhauseweg um. So war sie schon fertig umgezogen und hatte zuhause keine “Hürde” mehr, die sie vom Laufen abhielt. Ihr Wille war groß, aber er brauchte etwas praktische Unterstützung.

Also: Statt sich selber zu kasteien und zu ärgern, weil die Willenskraft angeblich nicht reicht, lieber folgendes Programm durchziehen: Hinterfragen, ob der Vorsatz uns wirklich so wichtig ist und dann ein möglichst günstiges Umfeld schaffen, damit wir es bei der Umsetzung leichter haben. Und dann merkt man meistens, dass es so schwer eigentlich gar nicht ist…

Gutes Gelingen bei Deinen Vorsätzen!

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