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Wir Frauen sollten endlich aufhören, an diese Liebes-Mythen zu glauben

Wir Frauen sollten endlich aufhören, an diese Liebes-Mythen zu glauben

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© jacoblund by istock photo

von Simone Debour

Wer glaubt, die Liebe an sich würde schon alles regeln, der fällt schon auf einen der größten Liebes-Mythen herein. Die Liebe regelt gar nichts. Zumindest nicht von allein. Aber das zu sehen, fällt oft schwer, denn wenn es um Herzensangelegenheiten geht sind wir, genau, oft genug blind vor Liebe. Und das bezieht sich nicht nur auf die Person, der wir gerade schöne Augen machen, sondern auch auf vermeintliche ewige Wahrheiten, die wir so über die Liebe mit uns herumschleppen.

Geht es um Liebesdinge meinen wir oft, genau Bescheid zu wissen.

Warum auch nicht? Hollywood hat schließlich sein Bestes gegeben, um uns ein paar vermeintlich unverrückbare Liebesweisheiten zu verkaufen. Von “Liebe auf den ersten Blick” bis hin zum Happy End. Und sind wir nicht schon kulturell vorbelastet genug, tun oft Freunde und Freundinnen ihr Übriges, um ums zu erklären, was geht und was auf gar keinen Fall geht.

Wir tun uns aber keinen Gefallen, wenn wir an diesen Liebesmythen festhalten. Denn oft genug versperren sie den Blick auf Menschen, auf mögliche Beziehungen, auf mögliche Beziehungsretter. Und sind somit auch Garant für festgetackerte Unzufriedenheit.

“Er/Sie wird sich schon ändern….”

Ein besonders prägnantes Beispiel für einen solchen Liebesmythos ist der feste Glaube, dass sich der Partner ändern kann. “Er/Sie wird sich schon ändern….” wer diesen Gedanken noch nie hatte, ist vermutlich nicht ganz ehrlich zu sich selbst. Auch nicht verwunderlich, denn die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt.

Aber in der Regel ist es so, dass sich Menschen nicht ohne Not ändern. Wir selber tun es auch nicht. Aber in Liebesdingen möchten wir trotzdem dran glauben. Der Partner sagt, er möchte nicht zusammenziehen? Der Partner rührt keinen Finger im Haushalt? Der Partner möchte sich nicht auf eine feste Beziehung einlassen? Wenn wir solche Erlebnisse haben, lohnt es sich, sie zu glauben. Auf eine ferne Zukunft zu hoffen, in der wundersamerweise alles zusammenpasst, ist trügerisch.

Wir können unser Leben und unsere Partnerschaft nur ändern, in dem wir JETZT damit anfangen. Das erfordert Auseinandersetzung und viel Kommunikation. Und dabei gibt es aber trotzdem Dinge, die sich nicht ändern werden. Ein Partner, der beispielsweise sagt, er möchte keine Kinder: So eine Aussage sollten wir ernst nehmen, sie hinterfragen und gegebenenfalls Konsequenzen ziehen. Wer sich darauf verlässt, dass andere Menschen die Richtung ändern, der gibt die Verantwortung für die Beziehung ab. Und für das eigene Leben.

“Unsere Liebe wird das schon schaffen”

Ganz ähnlich verhält es sich mit einem anderen Mythos: “Unsere Liebe wird das schon schaffen”. Auch das stimmt leider nicht. Die Liebe kann schon einiges, aber sie kann nicht alles. Ein besonders trauriger Fall kann uns das vor Augen führen. Als der Fußballtorwart Robert Enke sich vor einigen Jahren das Leben nahm, sprach seine Witwe über die schwierige Zeit mit der Depression ihres Partners. “Wir dachten, Liebe sei genug. Aber es hat nicht gereicht.”

Ein Satz, der einem sehr nahe geht. Denn er zeigt, wie machtlos wir eben manchmal sind. Eine so schwere Erkrankung wie eine Depression lässt sich eben nicht immer “heilen”. Und die Liebe, sie ist keine magische Medizin. Sie ist manchmal eben auch nicht genug. Aber man muss sich klarmachen, dass die Schuld dann nicht bei der Liebe oder bei einem selbst liegt. Sondern daran, dass wir sie überhöhen. Die Liebe kann nicht alles.
Das zeigt sich auch, wenn wir glauben, dass Liebe schon reichen wird, um eine Beziehung zusammenzuhalten. Wir sind verliebt, schweben auf Wolke 7 und glauben, dass wir mit dieser Liebe im Rücken schon den Alltag der Beziehung meistern werden. Weit gefehlt.

Denn in einer Beziehung sind noch ganz andere Faktoren wichtig. Der Beruf des Partners, die Hobbys, die Familie, wie man sein Leben gestalten möchte. Das alles regelt nicht die Liebe, es ist die Kommunikation über die eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse des Partners, die aus einer Liebe eine dauerhafte Beziehung machen.

Die Liebe ist eine wunderbare Grundlage. Aber alles andere müssen zwei erwachsene miteinander Menschen ausmachen. Wer etwas anderes behauptet, erzählt Märchen.

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