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Den eigenen Weg gehen – Videokurs mit Susanne Hühn

Worum geht es in diesem Online-Video-Kurs?

„I did it my way“, ich ging meinen eigenen Weg, singt Frank Sinatra, und wir lauschen sehnsüchtig.

Denn wir glauben oft, den eigenen Weg nicht gehen zu können, ohne andere vor den Kopf zu stoßen. Ohne ganz unvernünftig zu handeln.

Doch das muss nicht so sein. Du kannst Deinen eigenen Weg gehen, auch ohne egoistisch zu handeln.

Wir zeigen Dir, wie.

Wie funktioniert der Online-Video-Kurs?

Es ist ganz einfach.

Alles was Du tun musst ist im Player unterhalb dieses Textes auf den Wiedergabe-Button zu drücken. Schon beginnt Lektion 1 des Kurses.

Nachdem eine Lektion zu Ende ist, beginnt der Player automatisch mit der nächsten Lektion. Du kannst nun das Video pausieren und erst das Begleitmaterial unterhalb des Videos lesen oder Du schaust Dir erst alle Videos an und liest anschließend die Begleittexte.

Ganz wie es für Dich am besten ist.

Und nun viel Spaß!

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Begleittexte
Lektion 1
Lektion 1 Lektion 2 Lektion 3 Lektion 4 Lektion 5 Lektion 6 Lektion 7 Lektion 8 Lektion 9 Lektion 10 Lektion 11 Lektion 12 Lektion 13
Wir brauchen einen inneren Anzeiger, um unterscheiden zu können, ob wir das, was wir tun, auch wirklich tun wollen. Denn Impulse, Anforderungen von außen, aber auch von innen, gibt es viele und oft genug widersprechen sie sich sogar.

Wenn wir die Aufmerksamkeit darauf richten, was sich in unserem Innenleben abspielt, erkennen wir schnell, dass wir nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch mit uns selbst kommunizieren. Wir haben vielleicht alle möglichen Erwartungen, wie sich die Menschen in unserer Umgebung uns gegenüber verhalten sollten – freundlich, einfühlsam, achtsam, respektvoll oder wie auch immer – aber selten schenken wir der Art und Weise Aufmerksamkeit, wie wir eigentlich mit uns selbst umgehen. Dem einmal nachzuspüren, kann ein spannendes und lohnendes Forschungsprojekt sein.

Von klein auf machen wir Erfahrungen mit den Menschen, die sich um uns gekümmert haben – meist vor allem die Eltern, aber auch mit anderen Personen, die eine maßgebliche Rolle in unserem Leben gespielt haben. Unser Selbstbild und Selbstgefühl entwickeln sich vor allem aus der Art und Weise, wie unsere Umwelt auf uns reagiert, und aus den Schlüssen, die wir aus diesen Reaktionen gezogen haben. Ebenso übernehmen wir unbewusst Haltungen und Einstellungen dem Leben gegenüber.

Laut den Forschungen der so genannten Epigenetik, eines neuen Zweiges der modernen Biologie, werden die grundlegenden Überzeugungen, Einstellungen und Verhaltensweisen tief in den synaptischen Verbindungen unseres Unterbewusstseins verdrahtet und steuern uns für den Rest unseres Lebens – wenn wir uns ihrer nicht bewusst werden und uns gegebenenfalls anders entscheiden. Diese Speicherung geschieht sehr früh und ganz automatisch, und diese Lebensskripte prägen unsere Sicht der Welt und unser Selbstbild – in die eine oder die andere Richtung.

So erzählt der Meditationslehrer Jack Kornfield die Geschichte, dass sich der Buddha nach langen Jahren der Askese und des harten spirituellen Trainings an seine frühe Kindheit und die liebevolle Fürsorge, die ihm dort gewährt wurde, erinnerte. Dies führte zu der Erkenntnis, dass die strenge Enthaltsamkeit nicht förderlich ist. Er begann wieder zu essen und erlangte schon bald darauf die Erleuchtung. Leider können nicht sehr viele Menschen auf solche Erfahrungen zurückgreifen.

Verhängnisvolle Muster

Die Art der Botschaften, die wir verinnerlicht haben, sind recht unterschiedlich – aber nur sehr selten lauten sie, dass wir liebenswert sind und eine Freude für unsere Eltern. Vielleicht mussten wir um Aufmerksamkeit kämpfen und haben so das Gefühl, nie gut genug zu sein – ein Muster, das uns besonders zu schaffen machen kann, wenn wir selbst Eltern werden, da wir unseren Ansprüchen nie genügen können.



Vielleicht haben wir aber auch das Gefühl, nicht wirklich wichtig zu sein – dass wir uns am besten unsichtbar machen, um gut zu überleben. Oder wir haben ständig Angst vor dem, was die anderen (seien dies die eigenen Eltern, Verwandten, Freunde oder Nachbarn) über uns sagen. Ein solches Muster kann es uns ebenfalls sehr schwer machen, unseren eigenen Weg zu gehen und zu uns selbst zu stehen.

Eine innere Stimme, die immer urteilt

Andere Muster wiederum führen dazu, dass es uns schwer fällt, es uns gut gehen zu lassen. Irgendwie scheint es nicht in Ordnung zu sein – vielleicht haben wir auch das Gefühl, das nicht zu verdienen – oder es gibt so eine Stimme in uns, die ständig etwas an uns auszusetzen hat, die ständig urteilt, und das nicht gerade sehr einfühlsam.

Auch ein mangelndes Selbstwertgefühl kann uns daran hindern, unserer Umwelt offen und gelassen zu begegnen. Wenn wir bei allem, was nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen, ängstlich, unsicher oder ungeduldig und wütend werden, sind wir nur schwer in der Lage, wirklich zu sehen, was wir oder eine Situation von uns braucht.

Wohlwollen für uns selbst entwickeln

Solche Muster prägen sich schon in frühester Kindheit aus und sind nicht leicht aufzulösen – aber es ist sehr lohnend, diesen Mustern auf die Spur zu kommen.

Vor allem die Praxis der Achtsamkeit kann hier eine große Hilfe sein, solche negativen Muster zu erkennen und eine andere, wohlwollende und mitfühlende Haltung uns selbst gegenüber zu entwickeln. In dem Maße, wie dies gelingt, werden wir gelassener, flexibler, offener und können sehr viel einfühlsamer und kreativer auf unsere Bedürfnisse eingehen – und dies wiederum führt zu sehr viel mehr Lebensfreude und besseren Beziehungen. Auch unsere Mitmenschen wollen, dass wir glücklich sind – sie haben keinerlei Interesse daran, dass wir uns das Leben schwer machen.

Die Struktur unseres Gehirns verändern

Wie Daniel Siegel in seinem Buch Das achtsame Gehirn aufzeigt, belegen neueste Forschungen, dass das wohlwollende Gewahrsein, das in der Praxis der Achtsamkeit geübt wird, sogar die Struktur unseres Gehirns verändern kann – sogar das Glückszentrum in unserem Gehirn kann wachsen. Egal, wie unsere Geschichte aussieht und wo wir heute stehen – wir können uns bis in unsere Biologie hinein verändern.

Als erster Schritt auf diesem Weg kann die Instant Meditation dienen. Sie besteht darin, kurz inne zu halten und mit einem wohlwollenden Interesse immer mal wieder bei uns selbst vorbei zu schauen. Wir können uns auch mit unserem eigenen Vornamen innerlich ansprechen und fragen, wie es uns geht. Und so, wie wir einem guten Freund oder einer guten Freundin zuhören würden, hören wir uns dann selbst zu.

Auf Selbstentdeckungsreise gehen

Als zweiten Schritt könntest Du Dir eine Art Tagebuch oder Forschungsjournal zulegen, in dem Du kurze Notizen über das aufschreibst, was Du jeweils entdeckt hast. Wie finde ich mich vor? Gestresst? Ungeduldig? Angespannt? Müde? Erschöpft? Froh? Zufrieden? Glücklich? Dabei ist es wichtig, uns nicht zu be- oder gar zu verurteilen, sondern einfach wohlwollend zu registrieren, was wir vorfinden.

Wie klingt die Stimme, mit der wir zu uns selbst sprechen? Erinnert mich die Qualität meiner Beziehung zu mir selbst an eine Beziehung aus meiner Kindheit? Wenn ja, an welche? Wie wäre es – wie würde es sich anfühlen, wenn ich mein eigener Freund bzw. meine eigene Freundin wäre?



Weitere Fragen, denen nachzugehen lohnend sein könnte: Wie hätte mich mein Vater als Kind beschrieben? Wie meine Mutter? Was hätte ich mir besonders gewünscht, wenn ich mein Vater bzw. meine Mutter in einem Punkt hätte ändern können?

Wohlwollendes Interesse an unserem Innenleben

Dies sind keine Prüfungsfragen, bei denen es darum geht, die richtige Antwort zu finden, sondern kleine Forschungsprojekte, die uns vielleicht helfen können, uns der Qualität unserer Beziehung zu uns selbst bewusster zu werden und sie Schrittchen für Schrittchen zu verbessern.

Schon dieses wohlwollende Interesse für unser Innenleben hat eine heilsame Wirkung. Wir beginnen, eine freundliche Haltung uns selbst gegenüber zu kultivieren – und auch, wenn wir keine schnellen Ergebnisse erwarten können, wird dies ohne jeden Zweifel Früchte tragen. Und in dem Maße, wie wir mit uns selbst in Frieden sind, wird auch die Beziehung zu unserer Umwelt von mehr Achtsamkeit, Einfühlungsvermögen und Mitgefühl geprägt sein. Viel Spaß bei Deinem ersten Schritt auf Deinem ureigenen Weg!

Schlichtweg: NEIN!

Aber auch Durststrecken gehören zum Weg. Denn es gibt kein Leben ohne Durststrecken und schicksalhafte Momente. Die Frage ist nur, wie ich damit umgehe und ob ich diese Durststrecken für mich und mein Leben oder für das Anderer durchlebe.



Ein erfolgreicher Autor sitzt genauso oft mit einer Schreibblockade vor seinem Rechner, wie beispielsweise ein Unternehmer auch Jahre hat, in dem er eine Krise nach der anderen überwinden muss.

Dein eigener Weg kann durchaus auch ein steiniger sein. Gehst Du ihn jedoch aus voller Überzeugung, wirst Du die Felsbrocken als Herausforderung ansehen und nicht als Problem.

Es gibt so viele Wege, wie es Menschen gibt und nur einer davon ist Deiner. Doch welcher?

In erster Linie geht es darum, Selbstvertrauen zu haben!

Selbstvertrauen zu haben, bedeutet: wir haben Vertrauen in uns, in unsere Kräfte und in unsere Fähigkeiten. Ein gutes Selbstvertrauen ist die Basis für ein gesundes Selbstbewusstsein.

Selbstvertrauen ist erworben, d. h. gelernt. Eltern fördern es, indem sie Kinder zu neuem Verhalten ermutigen und sie oft loben.

Eltern können den Aufbau eines gesunden Selbstvertrauens aber auch blockieren, nämlich dann, wenn sie ihre Kinder sehr viel kritisieren, ihnen nichts zutrauen oder sie in Watte packen.

Und natürlich können auch Hänseleien, Demütigungen und Mobbing in der Schule ganz stark zu einer geringen Selbstachtung und einem geringen Selbstwertgefühl beitragen.



Dann entwickeln Kinder mehr oder weniger starke Selbstzweifel und haben infolge dessen auch ein geringes Selbstvertrauen.

Nur mit einem gesunden Selbstvertrauen können wir  Kritik annehmen, uns wehren, unsere Meinung sagen, auf andere zugehen, Kontakte knüpfen und unsere Fähigkeiten nutzen.

Ein gesundes Selbstvertrauen ist eine wichtige Voraussetzung für unser seelisches und körperliches Wohlbefinden – und natürlich dafür unseren eigenen Weg zu gehen!

Auswirkungen eines geringen Selbstvertrauens

Ein geringes Selbstvertrauen führt dazu, dass wir

  • uns nichts oder wenig zutrauen,
  • uns schnell angegriffen und verletzt fühlen,
  • uns schnell abgelehnt fühlen,
  • uns hinter einer coolen, arroganten Fassade verstecken,
  • schnell mit Depressionen reagieren,
  • schnell aggressiv reagieren und aus der Haut fahren,
  • eher ängstlich und unsicher sind,
  • eifersüchtig reagieren,
  • ehrgeizig sind und von uns Perfektion erwarten,
  • uns für unsere Fehler verurteilen,
  • Angst vor Herausforderungen haben,
  • uns den falschen Partner auswählen, aus Angst, nicht zu genügen,
  • uns finanziell überfordern, weil wir nach außen gut dastehen wollen,
  • sexuelle Probleme haben,
  • uns gegenüber unberechtigten Forderungen nicht wehren,
  • immer die Schuld bei uns suchen,
  • unsere Wünsche nicht äußern,
  • eine unsichere Ausstrahlung haben (Blickkontakt vermeiden, mit leiser Stimme sprechen, hängende Schultern haben),
  • Angst vor Neuem und Angst vor Entscheidungen haben,
  • Kontakte, Gespräche und Aktivitäten vermeiden, die Aufmerksamkeit erregen,
  • uns über die Maßen anpassen.

Was Menschen mit einem gesunden Selbstvertrauen auszeichnet

Menschen mit einem gesunden Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl haben kein übertriebenes Bedürfnis, von allen anerkannt und gemocht zu werden.

Sie besitzen das nötige Selbstbewusstsein, mit Ablehnung umzugehen, weil sie eine Ablehnung nicht persönlich nehmen, d. h. ihr Selbstwertgefühl wird durch eine Ablehnung nicht verletzt oder herabgesetzt.



Dieses Nicht-persönlich-nehmen von Kritik und Ablehnung ist ein Indiz für ein gesundes und starkes Selbstvertrauen.

Menschen mit einem gesunden Selbstvertrauen fühlen sich für ihr Leben und ihre Zufriedenheit verantwortlich. Sie machen ihre Zufriedenheit nicht von anderen abhängig.

Sie übergeben ihr Schicksal, ihr Glück nicht anderen Menschen und erwarten nicht, dass diese ihnen Liebe, Zuneigung oder Glück schulden.

Und deshalb fühlen sie sich auch nicht betrogen oder hintergangen, wenn ihre Bedürfnisse und Wünsche von ihren Mitmenschen nicht erfüllt werden.

Sie sind höchstens enttäuscht und frustriert – eine normale Reaktion, wenn wir etwas nicht bekommen, was wir uns wünschen.

Selbstvertrauen aufbauen und stärken

Die Grundeinstellung von Menschen mit einem gesunden Selbstvertrauen lautet: „Was auch immer auf mich zukommt, ich werde eine Lösung finden, ich kann damit umgehen.“

Da ein geringes Selbstvertrauen nicht angeboren, sondern erworben ist, können wir unser Selbstvertrauen aufbauen und stärken, wenn es uns daran mangelt.

Sein Selbstvertrauen stärken und trainieren, kann man, indem man

  • seine Fehler und Schwächen akzeptiert, d. h. sich dafür nicht verurteilt,
  • seine eigenen Fähigkeiten und Stärken kennt und sie nutzt,
  • lernt, mit Misserfolgen angemessen umzugehen,
  • sich seinen Ängsten (etwa Versagensängsten) stellt, statt auf diese zu hören und zu meiden,
  • Neues wagt und dazulernt,
  • sein Selbstwertgefühl stärkt,
  • sein Selbstbild positiv verändert.

Je komplexer die Entscheidungssituation ist, umso mehr sind wir auf unser Bauchgefühl angewiesen. Denn sobald der Verstand das Mögliche analysiert hat, können wir uns für den restlichen Teil nur noch auf unser Bauchgefühl verlassen. In solchen Situationen ist unsere Intuition ein besonders hilfreicher Ratgeber. Doch viele Menschen haben damit starke Schwierigkeiten und können ihren Bauch einfach nicht „hören“.



Das Bauchgefühl äußert sich anhand „somatischer Marker“. Das sind unmittelbar auftauchende Körpersignale, die uns entweder „Zustimmung“ oder „Vermeidung“ signalisieren.

Positive somatische Marker (Zustimmung) äußern sich z. B. als ein fröhliches Herzflattern, ein Kribbeln im Bauch oder andere Gefühle oder Körperreaktionen, die als angenehm empfunden werden. Sie sind ein Signal, das uns sagt: Tu es!

Negative somatische Marker (Vermeidung) sind z. B. ein Schmerz in der Magengegend, ein Engegefühl in der Brust oder andere Körperreaktionen und Gefühle, die als unangenehm oder sogar bedrohlich empfunden werden. Sie sind ein Vermeidungs- oder Fluchtsignal.

Wie kann ich mein Bauchgefühl (wieder) hören?

Das Wissen über die somatischen Marker kann uns dabei helfen, unsere Wahrnehmung zu schulen und so Zugang zu unserem Bauchgefühl zu bekommen.

Es gibt viele Wege, die eigene Körperwahrnehmung zu trainieren und achtsamer mit sich und seinen Empfindungen zu werden. Zum Beispiel durch Achtsamkeitstraining oder Meditation. Selbstverständlich braucht ein solches Training Zeit. Und um nachhaltig eine bessere Körperwahrnehmung zu bekommen, solltest Du regelmäßig üben und einen Fokus auf Deine somatischen Marker legen.



Heute möchten wir Dir eine kleine Übung vorstellen, mit der Du auch ohne Training versuchen kannst, Deine somatischen Marker zu erzeugen und wahrzunehmen.

Diese Übung soll Dir zeigen, wie sich Dein Bauchgefühl überhaupt äußert. Ob Du z. B. beim Gedanken an etwas für Dich Unangenehmes eher ein Ziehen im Magen verspürst oder ob es doch eher der Kloß im Hals ist. Oder ob Du beim Gedanken an etwas Gutes eher ein Herzspringen spürst, oder ob es doch mehr die Gänsehaut ist, die den Nacken hochläuft.

Meine persönlichen Körpersignale

Geh doch heute mal durch den Tag und achte bewusst darauf, wie Dein Körper in verschiedenen Situationen reagiert.

Jemand macht Dir beispielsweise ein Kompliment. Errötest Du? Wirst Du fröhlicher? Straffen sich Deine Schultern? Oder wirst Du körperlich ganz klein und würdest Dich am liebsten vor Scham verstecken?

Jemand verletzt Dich oder Du fühlst Dich ungerecht behandelt. Spannt sich Deine Nackenmuskulatur an? Bekommst Du ein komisches, unangenehmes Gefühl im Magen? Nimm Deine körperlichen somatischen Marker bitte wahr und trainiere Deine Aufmerksamkeit.

Mit dieser kleinen Übung kannst Du herausfinden, wo und wie sich einige Deiner persönlichen Körpersignale äußern und gleichzeitig Deine Achtsamkeit trainieren.

Indem Du regelmäßig auf Deine somatischen Marker achtest, erhältst Du einen besseren Zugang zu Deinem Bauchgefühl. Und so kannst Du in Zukunft in vielen Situationen und bei kleinen Entscheidungen besser spüren, was Dir Dein Bauchgefühl sagt.

5 Tipps zu den eigenen Entscheidungen zu stehen

1. Vertraue Deiner Entscheidung

Du hast Deine Entscheidung aus guten Gründen so getroffen. Vielleicht hast Du vorher viele Informationen gesammelt, sie verglichen oder eine Pro-Contra-Liste gemacht. Vielleicht hast Du aber auch vor allem auf Dein Bauchgefühl gehört.

Du hast wahrscheinlich einen ausgiebigen Entscheidungsprozess hinter Dir, bei dem Du Deinen Verstand und Dein Herz befragt hast. Damit hast Du alles getan, was in Deiner Macht stand. Vertraue also auch auf die Antworten, die Du bekommen hast. Vertraue Deiner Entscheidungsfähigkeit. Denn Du hast nach bestem Wissen und Gewissen entschieden. Mehr kannst Du nicht tun. Erst wenn Du Deiner Entscheidungsfähigkeit so vertraust, kannst Du eine Entscheidung auch wirklich annehmen und das Beste daraus machen.

Und vertraue auch darauf, dass Du damit umgehen kannst, wenn sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass Deine Entscheidung ein Fehler war. Selbst wenn sich Deine Entscheidung als Fehler entpuppt, kannst Du positiv bleiben. Denn Du hast ja alles getan, was in Deiner Macht stand, und die bestmögliche Entscheidung getroffen. Dieses Wissen erleichtert es enorm, mit Fehlentscheidungen umzugehen. Auch dann wird das Leben weitergehen und Du wirst Möglichkeiten und Wege finden, auch eine Fehlentscheidung auf einen guten Weg zu bringen.

Es ist sehr hilfreich, wenn Du Dir immer wieder Vertrauen zusprichst. Das meine ich ganz wörtlich – mit Affirmationen. Eine Affirmation ist ein selbstbejahender Satz, den wir uns selbst wieder und wieder sagen, um unsere Gedanken und unsere Gefühle positiv zu beeinflussen.



Hier kommen ein paar Affirmationen, die Du Dir nach Entscheidungen regelmäßig aufsagen könntest.

  • „Ich habe die Entscheidung wohl überlegt getroffen und ich vertraue darauf, dass sie richtig ist.“
  • „Mit jedem Schritt meiner Entscheidung vertraue ich mir ein kleines Stückchen mehr, dass ich sie erfolgreich umsetzen kann.“
  • „Ich vertraue mir selbst, dass ich auch mit den schlimmsten Konsequenzen meiner Entscheidung klarkommen kann. Mich kann nichts umwerfen.“

2. Die anderen Entscheidungsoptionen loslassen

Wenn wir uns für eine Option entscheiden, dann entscheiden wir uns gleichzeitig auch gegen die anderen Möglichkeiten. Und ganz plötzlich, mit der Entscheidung, kommen oftmals die Zweifel. Dann denken wir manchmal so etwas wie: „Was wäre gewesen, wenn …“ oder „Hätte ich mal doch …“.

Gerade diese Gedanken und Zweifel sorgen dafür, dass Du nie wirklich zufrieden mit Deiner Entscheidung sein kannst. Das, was wir nicht haben, malen wir uns oft als perfekt aus. Das ist eine vollkommen menschliche Reaktion. Doch wenn wir anfangen, unsere Entscheidung mit einer Fata Morgana zu vergleichen, werden wir unzufrieden mit dem, was wir haben.

Deshalb ist es wichtig zu lernen, die anderen Entscheidungsoptionen loszulassen.

Mach Dir bewusst, dass Deine Fantasie Dir ganz oft ein positiv verzerrtes Bild liefert. Die anderen Entscheidungsoptionen hätten auch nicht nur Vorteile gehabt – sonst hättest Du wohl kaum so entschieden, wie Du entschieden hast.

Frage Dich in Momenten des Zweifels:

  • Warum habe ich mich gerade für diese Option entschieden?
  • Welche guten Gründe sprechen für meine Entscheidung?
  • Welche Nachteile oder Schwierigkeiten hätten die Alternativen mit sich gebracht?
  • Aus welchen Gründen habe ich mich gegen die anderen Alternativen entschieden?

3. Tu Dein Bestes, damit Deine Entscheidung auch wirklich gut wird

Eine Entscheidung stellt manchmal sogar das ganze Leben auf den Kopf.

Dabei kann es hilfreich sein, wenn Du Dir überlegst, was Du genau brauchst, damit Du Dich mit Deiner Entscheidung möglichst gut fühlst. Wenn Du Dich zum Beispiel entschieden hast, in eine andere Stadt zu ziehen, dann könnte es helfen, wenn Du Dir erstmal eine besonders tolle Wohnung suchst. Einfach, damit Du Dich gleich wohlfühlst. Und wenn Du den Job wechselst, dann könnte es Dir helfen, wenn Du gleich einen guten Draht zu Deinen neuen Kollegen aufbaust.



Frage Dich dazu:

  • Was muss passieren, damit sich diese Veränderung gut anfühlt?
  • Was brauche ich, um glücklich zu sein?
  • Welche Faktoren müssen gegeben sein, damit diese Entscheidung gelingt?

Hier mal ein Beispiel dazu:

Peter zieht vom Land in die Stadt und notiert sich:

  • Ich brauche gute Kontakte, damit ich mich nicht so alleine fühle.
  • Ich möchte eine schöne Wohnung finden, in der ich mich gleich Zuhause fühle.
  • Ich möchte regelmäßig meine Freundin Tina sehen. Also entweder finden wir möglichst schnell auch für sie dort einen Job oder aber ich schenke ihr mal ein Monatsticket für die Bahn, damit sie mich möglichst oft und günstig besuchen kommen kann.

Wenn Du diese Faktoren für Dich selbst herausgefunden hast, packe es an und sorge aktiv dafür, dass Du diese Faktoren erfüllen kannst.

4. Gehe in kleinen Schritten vor

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Umso mehr Angst haben wir vor großen Veränderungen. Dann können wir einfach nicht abschätzen, was passiert – und das macht uns oft ein mulmiges Gefühl.

Dann kann es helfen, wenn Du einen kleinen Schritt nach dem Nächsten gehst, und die Entscheidung nicht gleich radikal umsetzt und Dich selbst damit überforderst. Dadurch gewöhnst Du Dich ganz langsam daran, dass alles ein bisschen anders wird. Dann ist jeder einzelne kleine Schritt gar nicht so schwer.

Deshalb überlege Dir, welchen kleinen Schritt Du als Ersten (oder als Nächsten) gehen möchtest, um Deine Entscheidung ganz langsam umzusetzen.



Ein kleiner Schritt wäre zum Beispiel, dass Du einen Freund oder eine Freundin in Deine Entscheidung einweihst. Oder, dass Du einen Termin mit den Menschen vereinbarst, die von Deiner Entscheidung direkt betroffen sind. Ein erster Schritt könnte auch sein, sich eine Liste zu erstellen, mit Dingen, die getan werden müssen.

Plane also ganz genau:

  • Welche Schritte stehen als Nächstes an?
  • Was muss ich tun, damit ich die Entscheidung umsetzen kann?
  • Und welches ist der erste ganz kleine Schritt, mit dem ich meine Entscheidung ins Rollen bringe?

5. Sei ehrlich zu Dir

Zu einem guten Entscheidungsprozess gehört es auch, die eigene Entscheidung ganz ehrlich und kritisch zu beurteilen.

Gib Deiner Entscheidung erst einmal eine Chance und lasse Dich wirklich auf sie ein. Tue alles in Deiner Macht stehende, um sie zu einem Erfolg zu bringen.

Und wenn sie ein Stückchen ins Rollen geraten ist und erste Ergebnisse zu sehen sind, kannst Du sie auch einmal einer kritischen Überprüfung unterziehen. Also zum Beispiel nach drei Monaten oder einem halben Jahr. Plane am besten einen regelmäßigen Termin ein, zu dem Du Deine Entscheidung kritisch überprüfst.

Reflektiere zu dieser Überprüfung:

  • Wie weit ist meine Entscheidung schon umgesetzt?
  • Wie zufrieden bin ich mit meiner Entscheidung?
  • Welche Hoffnungen haben sich schon erfüllt?
  • Welche Befürchtungen sind wahr geworden?
  • Was kann ich tun, damit meine Entscheidung zu einem Erfolg wird?
  • Habe ich das Gefühl, dass ich auf dem richtigen Weg bin?

Du darfst hier ruhig gnadenlos ehrlich sein. Und ehrlich sein, bedeutet im Zweifel auch, dass Du Dir eingestehen müsstest, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben. Das ist okay. Das passiert Jedem von uns im Laufe des Lebens. In den meisten Fällen ist das aber auch nicht der Weltuntergang.

Es widerfahren uns im Laufe des Lebens viele widrige Ereignisse. Wir verlieren Menschen durch Trennung und Tod, wir erkranken schwer, haben unverschuldet einen Unfall, von dem körperliche Schäden zurückbleiben, wir werden durch eine Betriebsschließung arbeitslos, wir werden zum Opfer eines Stalkers oder zum Opfer eines Mobbers, usw.

In solchen Momenten fühlen wir uns leicht ohnmächtig und als Opfer. Wir bemitleiden uns, ärgern uns maßlos über das widerfahrene Unrecht, sind vielleicht deprimiert und glauben, die Welt und das Schicksal seien ungerecht. Wir leiden, sind ratlos und fühlen uns ausgeliefert, ohnmächtig und hilflos.

Wie stark wir unter den Widrigkeiten und Ereignissen leiden und wie schnell wir uns aus der Opferrolle befreien können, hängt von uns und unseren Einstellungen zu den Ereignissen ab.



Verhaltensweisen, die Dich in die Opferrolle bringen

Dass wir zum Opfer von Angriffen, Verletzungen und Schmerzen werden, können wir nicht verhindern. Sehr wohl aber haben wir einen Einfluss darauf, wie wir auf die Angriffe, Verletzungen und Schmerzen reagieren und wie sehr wir unter diesen leiden.

Ich weiß nicht mehr, von wem folgendes Zitat stammt, aber es trifft den Nagel auf den Kopf: Schmerz ist unvermeidlich, Leiden ist freiwillig.

Vielleicht klingt es zynisch für Dich, dass Dein Leiden freiwillig sein soll. Du würdest lieber heute als morgen aufhören zu leiden, glaubst aber, dass dies angesichts des seelischen oder körperlichen Schmerzes, die Dir widerfahren sind, unmöglich ist. Du glaubst, leiden zu müssen.

Mit der Einstellung, bei bestimmten Anlässen zwangsläufig leiden zu müssen, begibst Du Dich in die Opferrolle.

Wieso musst Du Dich (tagelang) ärgern, wenn Dinge schief laufen oder kaputtgehen? Wieso musst Du Dich (tagelang) verletzt und gekränkt fühlen, wenn Dein Partner Giftpfeile auf Dich abgeschossen hat und sich dann auch noch über sich selbst ärgern, dass Du Dir die Worte anderer zu Herzen nimmst?

Wieso musst Du deprimiert und verzweifelt sein, wenn Dir jemand übel mitspielt? Wieso muss Dein Tag total vermiest sein, nur weil jemand eine dumme Bemerkung gemacht hat? Wieso musst Du ein ganzes Leben unter der Erziehung Deiner Eltern leiden?



Du musst es nicht. Du musst nur leiden, wenn Du den Menschen und dem Schicksal Macht über Dich gibst, indem Du Dich in eine Opferrolle begibst.

Ich weiß, das klingt hart und wenig mitfühlend. Es ist aber die Realität. Du selbst fügst Dir sehr viel Leid zu, indem Du Dich als Opfer siehst, das keine Wahl hat, über sein Leben und seine Gefühle zu bestimmen.

Ein unbeschwertes und leichtes Leben macht nicht glücklich. Viel wichtiger ist, dass wir mit unerfreulichen und schwierigen Ereignissen umgehen können.

Wenn Menschen Unerfreuliches erleben, dann entscheidet ihre Einstellung dazu, ob und wie stark sie leiden. Unglücklich und deprimiert ist derjenige, der sich als Opfer der Umstände oder des Schicksals ansieht und glaubt, seine schlechten Karten seien für sein Unglück verantwortlich.

Glücklich ist derjenige, der glaubt, sein Schicksal selbst in die Hand nehmen zu können und trotz widriger Umstände seines Glückes Schmied zu sein.

Glücklich und zufrieden sein heißt nicht, keine unerfreulichen und schmerzvollen Erfahrungen zu machen.

Glücklichsein heißt vielmehr, überzeugt zu sein, über die Kraft zu verfügen, das ändern und beeinflussen zu können, was einem widerfährt, sein Leben in die Hand zu nehmen, das Beste aus dem zu machen, was uns widerfährt.

Niemand kann Dir schlechte Gefühle machen, wenn Du das nicht zulässt.

Ohne Deine Erlaubnis kann Dir niemand das Gefühl geben, minderwertig zu sein. Ohne Deine Erlaubnis kann Dich niemand verletzen oder demütigen. Ohne Deine Erlaubnis kann Dich niemand traurig oder deprimiert machen.

Ohne Deine Erlaubnis geht gar nichts. Du hast die Macht, schlechte Gefühle abzuwehren oder zu überwinden, wenn Du aufhörst, Dich als Opfer anzusehen und die Verantwortung für Dich, Dein Leben und Deine Gefühle übernimmst.

Wenn Du Dich für schwach hältst, dann machst Du Dich selbst zu einem Schwächling, der sich nicht wehren kann und lädst andere ein, auf Dir herum zu trampeln. Wenn Du Dich für hilflos hältst, dann bist Du es, der sich zum Opfer macht. Wenn Du Dich aufgibst, bist Du verloren.

Wenn Du Dich für minderwertig hältst, dann bist Du empfindlich wie eine Mimose und fühlst Dich leicht und schnell verletzt.

Wenn Du Dich nicht für liebenswert hältst, dann fühlst Du Dich ungeliebt. Wenn Du Dich bemitleidest und bedauerst, dann machst Du Dich zum Opfer, indem Du dem Schicksal oder anderen die Schuld für Deine Lage gibst.

Wenn Du Deinen Selbstwert von der Zustimmung der anderen abhängig machst, bist Du immer von der Anerkennung der anderen abhängig und befindest Dich in der Opferrolle.



Wenn Du glaubst, von anderen abhängig zu sein, dann machst Du Dich zum Opfer der anderen und bist anfällig für Manipulationen durch Deine Mitmenschen.

Hat es Vorteile, sich als Opfer zu fühlen?

Ja, sich als Opfer zu fühlen, kann Vorteile haben. Wir können die Hände in den Schoß legen und anderen – den vermeintlichen Tätern – die Schuld für unser  Unglücklichsein  und unser Leid geben.

Wir bekommen vielleicht auch Zuwendung in Form von Mitleid und Trost. Wir können uns selbst bemitleiden und unsere Wunden lecken, was uns zeitweise gute Gefühle macht. Wir können uns als gute und moralische Menschen ansehen – im Gegensatz zu den Bösen, die uns all das Leid zufügen.

Und als Opfer hat man schließlich einen Anspruch auf Entschädigung für das erlittene Unrecht. Die anderen (Menschen, das Schicksal, die Eltern, Gott) schulden uns etwas. Wir können oder müssen nichts tun und können uns trotzdem im Recht fühlen.

Diese Vorteile sind jedoch bestenfalls nur Trostpreise, die unser seelisches Leid etwas lindern, aber nicht beseitigen. Besser wäre es, uns aus der Opferrolle zu befreien. Nur so können wir uns gegen Angriffe und Verletzungen immun machen, uns Leid ersparen und unser Leben so gestalten, wie wir es möchten.

5 Tipps, wie Sie sich aus der Opferrolle befreien

TIPP 1: Mache Dir bewusst, dass Du Dich als Opfer ansiehst

Dass wir uns selbst zum Opfer gemacht haben, das ist uns oftmals gar nicht so richtig klar. Deshalb ist der erste Schritt der, dass wir uns dessen bewusst sind.

TIPP 2: Höre auf, Dich als (hilfloses) Opfer und andere als Täter anzusehen

Wenn Du glaubst, keine Einflussmöglichkeiten zu haben, wenn Du Dich als hilflos ansiehst, dann sitzt Du in der Opferfalle. Sitzt Du jedoch tatsächlich in einer Falle, aus der es kein Entrinnen gibt? Bist Du tatsächlich hilflos?

Du empfindest vielleicht so, tatsächlich aber hast Du Einflussmöglichkeiten. Um diese erkennen und nutzen zu können, mache Dir klar: Ich bestimme, wie ich mich fühle und verhalte. Übernehme also die Verantwortung für Deine Gefühle, dann hast Du einen wichtigen Schritt getan, Dich aus der Opferrolle zu befreien.

Du kannst Deine Lebensqualität nur verbessern, wenn Du die Verantwortung für Dich, Deine Gefühle und Dein Leben übernimmst. Solange Du diese Verantwortung nicht ausübst, solange fühlst Du Dich als Opferlamm und leidest.

TIPP 3: Ergründe, warum andere so gehandelt haben könnten

Indem Du nach den persönlichen Motiven anderer, weshalb diese Dich schlecht behandeln oder übervorteilen, suchst, verstehst Du deren Verhalten und machst Dich nicht so abhängig von deren Meinung.

TIPP 4: Stärke Dein Selbstwertgefühl

Seelisches Leid wie etwa Verletzungen und Kränkungen, Eifersuchtsgefühle und Verbitterung fügen wir uns in hohem Maße selbst zu, weil wir gering von uns denken und uns selbst ablehnen. In dem Maße, in dem Du Dein Selbstwertgefühl stärkst und Dich annehmen lernst, in dem Maße bist Du weniger anfällig, in die Opferrolle zu kommen.

TIPP 5: Mache Dir bewusst, dass Dich keine Schuld trifft

Schlimme Ereignisse passieren einfach, weil die Umstände so sind, dass sie passieren müssen. Manche Menschen kommen relativ unbeschwert und ungeschoren durchs Leben, andere bekommen ein dickes Paket an Belastungen aufgeladen.

Zumindest aus unserer Sicht ist die Welt nicht immer gerecht und verstehbar. Diese Ereignisse und die Ungerechtigkeit treffen aber nicht nur Dich. In dem Du diese negativen Ereignisse nicht als Bestrafung oder nur Dich als einzigen Menschen betreffend siehst, fühlst Du Dich weniger in der Opferrolle.

Schau Dir die mutmachenden Geschichten behinderter Menschen an, die allen Grund hätten, sich als Opfer zu fühlen und verzweifelt zu sein, die jedoch ihre verbleibenden Möglichkeiten zu 100% nutzen und so mehr leisten und erreichen als die meisten nichtbehinderten Menschen.

Wenn wir der einzige Mensch sind, bei dem wir uns beschweren können, wenn wir keine Ausreden mehr gebrauchen und keine Schuldigen suchen, dann leben wir selbstverantwortlich und sind in der Lage, das Beste aus uns und unserem Leben zu machen.



Martina Navratilova, neunfache Wimbledon-Siegerin, erkrankte vor einigen Jahren an Krebs. Sie sagte in einem Interview: Mir war immer klar, dass ich die Dinge, die falsch laufen, egal, ob auf dem Platz oder im richtigen Leben, selbst anpacken muss. Ich glaube nicht an das Schicksal oder Verschwörung. Wenn es ein Problem gibt, dann löse ich es. Ich mache keinen Unterschied zwischen meiner Karriere und dem Krebs. Ich will siegen.

Martina Navratilova sah sich nicht als Opfer. Sie wusste, dass man die Verantwortung für sich und sein Leben übernehmen muss, wenn man persönlich und beruflich erfolgreich sein will.

Durch Ausreden, Ausflüchte und Schuldzuweisungen begibt man sich in die Opferrolle und hat so kaum eine Chance, Krisen und Hindernisse erfolgreich zu meistern.

Also, bitte entscheide aktiv für Dich, dass Du lieber Schöpfer als Opfer sein willst!

Manchmal fühlen sich vorgegebene Wege schlicht falsch an. Weder Weg noch Richtung passen … wir fühlen das mehr als wir es wissen. Kein etablierter Ausbildungsweg lädt ein, der empfohlene nächste Schritt auf der Karriereleiter lockt nicht, eine langjährige Beziehung wird plötzlich zu eng.

Die innere Stimme spricht Klartext, doch viele Stimmen im Außen sprechen von Unverständnis oder Ablehnung. Die innere Stimme weiß: Anpassen und Funktionieren sind keine Lösung. Einzigartigkeit entsteht nicht im Konventionellen.

Der eigene Weg entsteht im Gehen. Dazu braucht es den Mut, gegen den Strom der Allgemeinheit zu schwimmen. Um die eigene Richtung zu finden, müssen wir uns neuen – manchmal unangenehmen – Fragen stellen. Fragen bringen Wahrheiten ans Licht und offenbaren Möglichkeiten. Fragen geben Orientierung. Solange wir uns im Kreis drehen, haben wir die richtigen Fragen noch nicht gefunden.



Die Handlungsstränge des eigenen Lebens erscheinen uns häufig als unentwirrbares Geflecht. Alles bezieht sich aufeinander und ist miteinander verwoben – ob wir das wollen oder nicht. Wo und wie sich in dieser Vielfalt der rote Sinnfaden finden lässt, erscheint rätselhaft.

Der Sinn unserer eigenen Geschichte erschließt sich oftmals erst, wenn wir uns den eigenen Idealisierungen und den damit verbundenen Enttäuschungen stellen. Im Klartext heißt das: Die wesentlichen Bewertungen unseres Lebens infrage zu stellen, sich den eigenen Schatten zu stellen und seine wirklichen Bedürfnisse zu entdecken.

Eine wirkliche Sinnschöpfung aus unserer Lebenserfahrung wird dann möglich, wenn wir unsere Geschichte in all ihren Aspekten annehmen. Ungeachtet, ob es sich dabei um schöne oder um schmerzliche Situationen handelt. Alles, was wir ablehnen, kann sich nicht verwandeln. Wenn wir jedes Gefühl umarmen können, finden wir Halt im Fluss unserer Gefühle. Der rote Faden liegt in der Mitte des Flusses.



Handle konsequent, selbst wenn es unbequem ist.

Alles hat einen Sinn – auch wenn man ihn gerade nicht sieht.

Der rechte Zeitpunkt

Es gibt viele Arten von Zeiten – Kopfzeit, Herzzeit, Körperzeit, gefühlte Zeit, reale Zeit. In unserer Vorstellung können wir die vier Jahreszeiten in kürzester Zeit erleben, im Körper dauern sie genau 365 Tage. Und es gibt unendlich viele Zeitpunkte – doch immer nur einen rechten Zeitpunkt.

Jeder Wunsch nach Veränderung beginnt mit Unzufriedenheit. Tickt die Unzufriedenheit erst einmal im Körper, ist klar, dass sich etwas ändern muss. Die Frage ist nur: wann? Vom Augenblick der ersten Unzufriedenheit bis zum rechten Zeitpunkt vergeht oft viel Zeit. Veränderung braucht Zeit.

Diesen Zeitraum empfinden wir häufig als quälend lang. Im Dazwischen zu leben heißt, dass das Alte schon im Gehen doch das Neue noch nicht da ist. Die Kunst besteht darin, die Zeit des Dazwischen zur Vorbereitung zu nutzen und dabei die Chancen wahrzunehmen, die uns das Leben vor die Füße legt. Unserer Intuition zu trauen, heißt uns zu trauen.

Entschleunigung beschleunigt. Übe Dich in konstruktiver Geduld und höre auf Deinen Bauch, wenn er wieder mit Dir plaudern möchte!

 

Ich befreie mein Denken von fremden Stimmen

Als Mensch habe ich die Wahl, ob ich mich meiner Natur entsprechend durch mein Leben bewege oder ob ich mich von den Sichtweisen anderer Menschen leiten lasse. Dazu ein kleines Beispiel aus dem Tierreich: Ein Lachs wird in einem kleinen Fluss in Kanada „gezeugt“. Im Lauf seines Lebens durchschwimmt er den Atlantik und legt Tausende von Kilometern zurück. Eines Tages schwimmt er zurück nach Kanada und seine Reise endet exakt an der Flussbiegung, an der sein Leben begann. Unzweifelhaft hat er sein Leben seiner Natur entsprechend gelebt. Oder gab es da andere Lachse, die ihm gesagt haben, wohin genau er zu schwimmen hat? Jeder Wildlachs bewegt sich seiner Natur entsprechend durchs Leben und findet offensichtlich und unvermeidbar den richtigen Weg. Der Weg, den wir als Menschen gehen, ist genauso unvermeidbar „richtig“. Wenn ich meinen Lebensweg durch die Stimmen anderer Menschen bestimmen lasse, führt mich das auf einen für mich den gemässrichtigen Weg. Entscheide ich mich jedoch dafür, mich nicht von den Stimmen anderer leiten zu lassen, sondern meiner eigenen inneren Stimme zu folgen, führt mich das auf den für mich diesem gemässrichtigen Weg. Die „fremden“ Stimmen, die in mir wirken, sind unterschiedlich laut und intensiv. Je lauter sie sind, desto schwerer fällt es mir, meine eigene innere Stimme wahrzunehmen. Doch die Entscheidung, welches Gewicht, welche Macht ich diesen fremden Stimmen gebe, liegt zu einem großen Teil bei mir selbst. Gerade erinnere ich mich wieder an den Weg der Lachse, die mit ihrer Ankunft am Ort ihrer Entstehung und dem dann folgenden Ablaichen ihren Lebenssinn erfüllt haben. Es kann nicht in die Irre führen, der eigenen inneren Stimme zu folgen. Wenn ich meiner eigenen inneren Stimme folgen will, muss ich sie zuerst einmal hören können. Ich kann sie umso besser hören, je stiller es in mir ist. Also bringe ich die fremden Stimmen und meine Gedanken zum Schweigen, indem ich sie mir bewusst mache und bewusst weiterziehen lasse. Was dann bleibt, ist Stille. Dann kann ich meine eigene innere Stimme wieder hören. Den Weg zur Stille finde ich durch Meditation, ganz egal, ob mit oder ohne „Technik“.

Ich entscheide intuitiv und handle instinktiv

Wie häufig geraten wir über eine Entscheidung ins Grübeln, wälzen Gedanken hin und her, lassen uns plagen von Zweifel und Unsicherheit? Doch wenn wir uns dann zu einer Entscheidung durchringen, bleibt nicht selten das ungute Gefühl, vielleicht ja doch einen Fehler gemacht zu haben. Oft entwickelt sich die Situation dann genau so, wie wir es insgeheim befürchtet haben. Die meisten unserer Fehlentscheidungen kommen zustande, wenn wir über eine Entscheidung zu viel nachdenken. Denn unsere Gedanken entstehen im Ich oder im Verstand, und wenn wir bei unseren Entscheidungen unserem Denken folgen, nehmen wir damit unserer inneren Führung die Möglichkeit zur Entfaltung. Die Beschaffenheit unserer Gedanken hängt überwiegend von Außeneinflüssen ab. Denken ist nützlich, wenn es um die analytische Verarbeitung von Sachverhalten geht, die außerhalb von uns selbst liegen. Deshalb ist es nur bedingt sinnvoll, aus dem Intellekt zu entscheiden, wenn es um Entscheidungen geht, die den eigenen Lebensweg betreffen. Dann liegt der Wert des Denkens auf einer anderen Ebene. Durch Denken versorge ich die Quelle meiner Intuition (mein Selbst) mit diversen Informationen. Auf Basis dieser Informationen findet mein Selbst ganz unvermeidlich die für mich richtige Entscheidung, die ich dann als Intuition wahrnehme. Zuerst durchdenke ich also die entsprechende Situation. Dann entscheide ich ohne zu denken „aus dem Bauch“ heraus. Bei den Handlungen, die sich aus meiner Entscheidung ergeben, verlasse ich mich auf meinen Instinkt. Mein Instinkt ist das Steuer, mit dem ich meine Handlungen lenke.



Ich allein habe die Wahl: Wenn ich meinem Denken folge und kalkuliert handle, folge ich den Erzeugern meiner Gedanken. Indem ich intuitiv entscheide und instinktiv handle, folge ich meiner inneren Führung.

Ich folge meiner inneren Stimme

Was für die Lachse gilt, gilt natürlich auch für alle anderen Lebewesen, die ihrer „inneren Stimme“ folgen. Bei Tieren meldet sich die innere Stimme nicht mit Worten, sondern sie drückt sich als Instinkt aus. Dabei ist ein Teil des Instinkts genetisch angelegt, der Rest bildet sich durch Erfahrungen. Bei uns Menschen drückt sich die eigene innere Stimme aus als Stimme des Herzens, die sich als „Gewissen“ äußert. Dieses Gewissen ist jedoch eine andere Instanz als das erlernte schlechte Gewissen, welches sich als Schuldgefühl auswirkt, wenn wir gegen uns auferlegte Regeln oder Gebote verstoßen.



Die Stimme des Herzens äußert sich in der Gewissheit, das Richtige zu tun oder das Falsche nicht zu tun. Sie zeigt mir meinen Weg, der nicht immer verständlich sein muss und durchaus auch schmerzvolle Erfahrungen mit sich bringen kann. Wenn ich also spüre, irgendetwas tun zu „müssen“, weil es einfach „richtig“ ist, folge ich diesem Impuls voller Vertrauen. Indem ich dieser Stimme meines Herzens folge, fühle ich mich gut auf dem Weg, den ich gehe, unabhängig davon, wohin er mich führt.

Dieser Weg ist der natürliche Weg meines Selbst – und dies ist der einzige Weg, auf dem ich ganz Ich Selbst bin.

Alle reden von dieser inneren Stimme, aber Du hast gleich mehrere?

Und alle sagen etwas anderes? Das ist ganz normal und zugleich eine der größten menschlichen Herausforderungen – denn welcher Stimme sollst Du glauben? Welche Information zu Deiner Handlungsgrundlage erheben?

Schwierig? Und doch kann man lernen, auf die echte, wahre innere Stimme zu hören! Mehr dazu in dieser Lektion!

Erkenne Deine Schatten

Wer klaut Dir Energie? Mit wem triffst Du Dich gerne? Wer tut Dir gut? Zwischen welchem Menschen und Dir ist der Energieaustausch neutral? In diesem Video widmen wir uns der Achtsamkeit und Deinen Schatten!

Falls Du nicht genau einordnen kannst, wer Dir Energie absaugt, dann achte in Gesprächen oder während Du an Menschen Deines Umfeldes denkst, ob sich Deine Po- und Nackenmuskulatur anspannt. Wenn dem so ist, überprüfe Deine Gefühle im Hinblick auf die entsprechende Person.



Hilfreich ist es weiterhin, eine Liste oder besser noch ein Tagebuch zu führen, in dem Du festhältst, was Dir gut tut und welche Situationen/Menschen Du als anstrengend empfindest. Wenn Du Dich selbst mal drei Monate auf diese Art schriftlich begleitest, weißt Du danach wesentlich besser, was Du willst, was Du zur Erfüllung Deiner Bedürfnisse brauchst, und was eben nicht!

Im Anschluss geht es natürlich um die konsequente Umsetzung und wie man dies schafft, ohne sein soziales Umfeld in Mitleidenschaft zu ziehen.

Bei Interesse erfährst Du in unseren großen Seminaren Ein Kurs in Selbstliebe oder im Kurs Co-Abhängigkeit mehr darüber!

1. Verantwortung für sein Leben zu übernehmen, bedeutet, dass wir aufhören, anderen, den Umständen oder unserer Vergangenheit die Schuld für unsere Probleme zu geben.

Es bedeutet, dass wir nicht unserem Partner, den Kindern, den Nachbarn, unserem Chef oder unseren Kollegen die Schuld geben, wenn wir gereizt, nervös oder unglücklich sind.

Es sind unsere negativen Denk- und Lebensweisen, mit denen wir uns selbst all das antun. Nur wir können deshalb etwas an unserem Unglücklichsein ändern.

Solange wir andere für unsere Probleme verantwortlich machen, sehen wir auch keine Möglichkeit, etwas dazu beizutragen, dass sich unsere Lage ändert.



 

2. Viele Menschen trauen sich aufgrund von Unsicherheiten, Ängsten und Hemmungen nicht, ihre Wünsche und Bedürfnisse anderen mitzuteilen, geschweige denn, diese durchzusetzen.

Du erwartest von Deinen Mitmenschen, dem Partner, dem Freund oder Arbeitskollegen, dass diese Dir Deine Wünsche von den Augen ablesen und erfüllen. Tun die anderen dies nicht, dann hälst Du diese für rücksichtslos und egoistisch.

Petra würde gerne eine Veranstaltung besuchen. Sie sagt zu ihrem Mann Gunter: „Hast Du schon gehört, dass bei uns im Theater die Veranstaltung xy läuft?“ Gunter sagt: „Ja, habe ich gehört.“ Für ihn ist damit der Fall erledigt.

Er ahnt nicht, dass hinter der Frage seiner Frau die Aufforderung an ihn steckt, er möge doch gefälligst seine Frau einladen, mit ihm diese Veranstaltung zu besuchen.

Wenn Petra die Verantwortung für sich übernehmen würde, dann würde sie ganz klar ihrem Mann sagen, was sie möchte. Würde diesen die Veranstaltung nicht interessieren, dann hieße das auch, dass sie allein dorthin geht. Petra hat für sich und die Erfüllung ihrer Bedürfnisse und Wünsche die alleinige Verantwortung.

 

3. Verantwortung zu übernehmen, bedeutet auch, Entscheidungen zu treffen und bereit zu sein, die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, zu tragen.

Wenn Irene ihren Mann Peter fragt: „Was willst du heute Abend machen?“, dann sagt Peter stets: „Ist mir egal. Entscheide du.“

Peter sagt nie deutlich, was er möchte. Er hat Angst, sein Vorschlag könnte sich als Reinfall erweisen und Irene würde ihm dann vorwerfen, er sei schuld, dass der ganze Abend verpfuscht sei.

Da Peter sich nicht traut, zu äußern, was er möchte, passiert es häufig, dass Irene etwas vorschlägt, worauf er absolut keine Lust hat.



Missmutig und widerwillig macht er jedoch mit, da er sich nicht traut, zu sagen: „Dazu habe ich keine Lust.“ Dann könnte es ihm nämlich blühen, dass seine Frau ihn auffordert, er möge sagen, wozu er Lust habe.

 

4. Viele Menschen gebrauchen eine Notlüge und tausend Ausflüchte, wenn es darum geht, anderen etwas abzuschlagen, wozu sie keine Lust haben.

Du sagst: „Tut mir schrecklich leid. Ich habe keine Zeit. Ich habe schon etwas anderes vor, das ich nicht mehr absagen kann. Meine Frau hat furchtbare Migräne. Unser Sohn ist krank. Wir können ihn nicht allein lassen.“

Du sagst nicht die Wahrheit: „Ich habe keine Lust. Mir ist nicht danach.“ Du befürchtest, der andere würde es Dir übel nehmen, wenn Du die Wahrheit sagst. Verantwortung für sich zu übernehmen, bedeutet auch, von seinem Recht Gebrauch zu machen, keine Lust zu haben.

 

5. Viele Menschen haben Schwierigkeiten, sich zu entscheiden. Tage, Wochen, ja monatelang überlegen sie, welches wohl die richtige Entscheidung sei.

Aus Angst, die falsche Entscheidung zu treffen, treffen sie oftmals gar keine Entscheidung und das stellt sich dann oft als der größte Fehler heraus.

Sie zögern die Entscheidung so lange hinaus, bis sich die Sache entweder von selbst erledigt oder bis andere ihnen die Entscheidung abnehmen.

Diese Menschen möchten nicht die Verantwortung für eine falsche Entscheidung übernehmen.

Sie haben an sich den Anspruch, immer nur richtige Entscheidungen treffen zu dürfen. Sie verlangen von sich, perfekt sein zu müssen.

Keine Entscheidung zu treffen, ist auch eine Entscheidung, die meist negative Konsequenzen hat.

 

6. Eine häufig unter Menschen anzutreffende Unsitte ist es, statt „ich“ die Worte „man“ oder „wir“ zu verwenden.

Verantwortung zu übernehmen, heißt auch, sich nicht durch Worte wie „wir“ oder „man“ hinter anderen zu verstecken oder den Eindruck zu erwecken, andere würden auch so denken und handeln.

Wenn man morgens verschlafen hat und deshalb zu spät zur Arbeit kommt, dann entschuldigen viele ihr Zuspätkommen damit, dass ihr Wagen nicht angesprungen ist oder unterwegs ein Stau war. Sie trauen sich nicht, die Wahrheit zu sagen, dass sie verschlafen haben.



 

7. Schließlich bedeutet Verantwortung zu übernehmen, für Fehler geradezustehen und nicht anderen oder den Umständen die Schuld dafür zu geben.

8. Zum richtigen Umgang mit der Verantwortung gehört es auch, dass man nicht für die Gefühle anderer die Verantwortung übernimmt. Jeder macht sich seine Gefühle selbst.

Wir können einem anderen keine Angst machen. Wenn dieser Angst verspürt, dann deshalb, weil er sich ängstliche Gedanken macht.

Wir können andere nicht verletzen oder traurig machen. Wenn ein anderer traurig ist, dann deshalb, weil er sich traurige und deprimierende Gedanken macht.

Das heißt natürlich nicht, dass wir einen Freibrief für unser Verhalten haben, dass wir anderen gegenüber rücksichtslos sein können.

Dass jeder Mensch für seine Gefühle selbst verantwortlich ist, entbindet uns nicht von der Verantwortung für ein menschliches Miteinander.

Wenn sich jemand über uns ärgert, wenn wir zu spät zu einem Treffen kommen, dann haben wir zwar die Verantwortung für unser Zuspätkommen, aber es liegt beim anderen, wie er damit umgeht – ob er sich darüber ärgert oder nicht.

Ob der andere auf die Palme klettert, bestimmt er allein. Wir haben ihm lediglich die Palme hingestellt. Er hat die Entscheidung darüber, ob er hochklettert.

Vorteile selbstverantwortlichen Handelns

Wenn wir die Verantwortung für unser Denken, Fühlen und Handeln übernehmen, dann hat das eine Reihe nicht zu unterschätzender Vorteile.

Vorteil Nr. 1 ist, dass mein Wohlbefinden nicht von anderen Menschen und deren Willkür abhängt. Wie ich mich fühle, hängt nicht davon ab, wie sich andere mir gegenüber verhalten.

Da ich weiß, dass ich es bin, der durch seine Einstellungen darüber entscheidet, wie ich mich fühle, habe ich die Möglichkeit, meine Einstellung so zu wählen, dass es mir „trotzdem“ gut geht.

Ich fühle mich dann als Kapitän meiner Gefühle und das verleiht mir ein wohltuendes Gefühl der Kontrolle und Sicherheit.

Ich weiß, es mag kommen, was wolle, ich bin gewappnet. Ich bin nicht der Spielball anderer Menschen und meine Gefühle können nicht mit mir machen, was sie wollen.

Andere können nicht auf meinen Gefühlen herumtrampeln. Ich bestimme, wie ich mich fühle.

Vorteil Nr. 2 ist, dass ich in meinem Handeln nicht von anderen und deren Zustimmung abhängig bin. Ich kann mir mein Leben so einrichten, wie ich möchte.

Ich bin dann kein Blatt, das vom Wind mal dahin, mal dorthin getrieben wird. Ich fühle mich als der Steuermann meines Lebens.

Das heißt nicht, dass ich gegenüber meinen Mitmenschen rücksichtslos bin. Es bedeutet lediglich, dass ich keine falschen Hemmungen habe, das zu tun, was ich für richtig halte, auch wenn andere mein Verhalten kritisieren.

Ich mache mich dann nicht von anderen in meinen Entscheidungen abhängig und verlasse mich mehr auf mich.

Diese beiden Vorteile führen direkt zu Vorteil Nr. 3. Ich habe Alternativen. Ich bin nicht darauf angewiesen, dass sich etwas so entwickelt, wie ich mir das gedacht habe.

Wenn ich feststelle, dass etwas nicht so läuft, wie ich mir das wünsche, dann kann ich mir neue Wege und Möglichkeiten überlegen, um an mein Ziel zu kommen.



Ich fühle mich dann nicht als das Opfer anderer Menschen oder der Umstände. Ich habe das Vertrauen in mich, dass ich einen Weg finden werde, der an dem Hindernis vorbei an mein Ziel führt.

Ich kann mich, falls notwendig, durchsetzen. Ich resigniere nicht gleich, nur weil etwas nicht auf Anhieb gelingt.

Durch den Preis der Selbstverantwortung bekommt man Freiheit und Zufriedenheit verliehen. So einen Preis nimmt man doch gerne an, oder?

Einstellungen sind die Baumeister unseres Schicksals

Als ich einmal in den USA war, hörte ich eine Geschichte, die auf mich einen großen Eindruck machte. Sie war für mich der Anstoß, meinem Leben eine neue, positivere Richtung zu geben.

Sie handelt von einem alten Indianer, auf dessen Grund und Boden man Öl gefunden hatte. Über Nacht war dieser Indianer ein reicher Mann geworden.

Als Zeichen seines Reichtums kaufte er sich einen großen amerikanischen Wagen, eines jener benzinfressenden Ungeheuer, bei denen man Hauptaktionär bei Aral oder Shell sein muss, um den Durst des Wagens zu stillen. Mit diesem Auto fuhr er täglich in seinem Ort auf und ab.

Er unterhielt sich mit den Menschen und genoss sein Ansehen. Dabei kam nie jemand zu Schaden. Diese Tatsache war wohl auch dem Umstand zu verdanken, dass sein Wagen von zwei Pferden gezogen wurde.

Das Auto war vollkommen in Ordnung. Über 100 Pferdestärken warteten darauf, loszulegen. Der alte Indianer nutzte jedoch nur ganze zwei.



Er hatte nicht gelernt, den Zündschlüssel zu benutzen. Die Kräfte waren da, aber er wusste nicht, wie er sie nutzen sollte.

Uns Menschen geht es ähnlich wie diesem Indianer. Auch wir nutzen nicht all die Fähigkeiten und Kräfte, die in uns stecken.

Wir alle machen wie dieser Indianer keinen Gebrauch von einem Schlüssel, den wir alle in unseren Händen halten: unseren Einstellungen.

Unsere Einstellungen sind der Schlüssel zu einem Leben mit mehr Lebensfreude, Tatkraft und Gesundheit.

Sie entscheiden darüber, ob das Leben, das wir führen, befriedigend oder unbefriedigend, spannend oder langweilig, erfüllt oder unerfüllt ist.

Oder um es mit Mahatma Gandhi zu sagen:

Der Mensch ist das Produkt seiner Gedanken.
Er ist und wird, was er denkt.

Unsere Einstellungen bestimmen, ob die Erfahrungen, die wir machen, eher positiv oder negativ sind. Ja, unsere Einstellungen entscheiden sogar zu einem großen Teil darüber, ob wir gesund bleiben oder krank werden.

Zu Recht sagte deshalb William James, ein Psychologe an der Harvard Universität, einmal: Die größte Entdeckung unseres Jahrhunderts ist, dass Menschen ihr Leben verändern können, wenn sie ihre Einstellungen ändern.

Wir alle besitzen diese Fähigkeit, erworbene negative und schädliche Einstellungen durch eher positive oder hilfreiche Einstellungen zu ersetzen.



Wir alle können unserem Leben eine positive Wendung geben, wenn wir unser Denken ändern.

Wo aber sind die Schulen, die uns das lehren? Wir lernen, wie man Wissen ansammelt und auf Kommando wiedergibt. Wir lernen komplizierte mathematische Formeln und physikalische Gesetzmäßigkeiten.

Wo aber lernen wir die Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Lebens? Welche Schule lehrt uns, wie wir uns entfalten und ein zufriedenes und erfülltes Leben führen können?

Wir erfahren als Kinder in der Schule so viel. Nur über das Leben und wie man es sich so einrichten kann, dass man sich darin wohlfühlt, darüber erfahren wir nichts.

Das, so erwartet man von uns, müssten wir schon allein herausfinden.

In meiner Schule stand in großen Buchstaben über dem Eingang der Satz: Non scholae, sed vitae. Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.

Warum aber, so frage ich mich heute, nehmen sich jedes Jahr Tausende von Menschen das Leben, sind Millionen Menschen unglücklich oder nehmen Drogen, wenn sie in der Schule für ihr Leben gelernt haben?

Was hat es genutzt, dass diese Menschen Schreiben und Lesen gelernt haben? Was hat es diesen Menschen genutzt, dass sie rechnen und fremde Sprachen lernten, wenn sie nicht gelernt haben zu leben?

All unser Wissen und all unsere Fähigkeiten sind nutzlos, wenn es uns schlecht geht. Um unser Wissen einsetzen und unsere Fähigkeiten entfalten zu können, muss vorausgesetzt werden, dass es uns gut geht. Das Wissen darum, wie man ein zufriedenes und erfülltes Leben führen kann, ist zumindest ebenso wichtig wie das 1 x 1 oder die Rechtschreibung.

Wenn es uns schlecht geht, dann können wir uns nicht auf unsere Arbeit konzentrieren und unsere Fähigkeiten entfalten.

Ich würde mir deshalb wünschen, dass es an jeder Schule auf dieser Welt ein Unterrichtsfach gibt, in dem junge Menschen lernen können, wie sie ihr Leben so befriedigend und positiv gestalten können, wie es nur möglich ist.

Ein positives und erfülltes Leben führen zu können, will nämlich ebenso gelernt sein wie das 1 x 1 oder eine Fremdsprache.

Was ist der Unterschied zwischen Gewinnern & Verlierern?

Und damit meinen wir nicht das Aufscheinen in der Ergebnisliste. Viel mehr den Unterschied in der Verhaltens- bzw. Denkweise.



In kurzen Stichworten auf den Punkt zusammen gefasst:

  • Der Sieger hat immer einen Plan. Der Verlierer hat immer eine Ausrede.
  • Der Sieger findet für jedes Problem eine Lösung. Der Verlierer findet in jeder Lösung ein Problem.
  • Der Sieger vergleicht seine Leistungen mit seinen Zielen. Der Verlierer vergleicht seine Leistungen mit denen anderer Leute.
  • Der Sieger sagt: „Es mag schwierig sein, aber es ist möglich!“ Der Verlierer sagt: „Es ist möglich, aber es ist zu schwierig.“
  • Der Sieger ist immer ein Teil der Lösung. Der Verlierer ist immer ein Teil des Problems.

Es zählt allein, was Du tust!

Also – fang an!

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