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Warum wir endlich aufhören sollten, uns über das Altern zu ärgern

Warum wir endlich aufhören sollten, uns über das Altern zu ärgern

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© Alija by iStockphoto

von Simone Debour

Altern, das scheint gesetzt, will keiner gern. Wir möchten möglichst lange jung bleiben. Dafür tun wir entsprechend viel, investieren viel Zeit und auch viel Geld. Faltencremes, spezielle Diäten, Haarfärbemittel, vielleicht lassen wir uns sogar spritzen oder an uns herumschnippeln.

Alles, nur nicht alt. Doch dabei geht es nicht nur um unser Aussehen. Wir wollen auch so nicht gerne zugeben, dass wir älter werden. 40, 50, 60…für viele klingt das gruselig. Ja, tatsächlich. Wir machen Witze über unser Alter oder geben erst gar nicht zu wie alt wir sind. „Eine Dame fragt man nicht nach dem Alter.“ Klar, darauf nimmt jeder gerne Rücksicht.

Aber warum eigentlich?

Alter ist nichts, wofür man sich schämen sollte. Jeder altert schließlich. Unaufhörlich, in jeder Sekunde die vorbeigeht. Man kann möglichst lange fit bleiben, geistig und körperlich, aber aufhören zu altern? Das kann keiner. Und wir sollten uns nicht darüber ärgern. Klar, ein langes, gesundes Leben wäre schön – aber dieses Leben wird eben tatsächlich erst im Alter richtig gut.

Ja, richtig gelesen. Das Alter kann was! Junge Hüpfer können vielleicht schneller laufen und haben eine straffere Haut, aber zum Glück braucht es mehr. Eine ganze Menge mehr. Zum Beispiel emotionale Stabilität, eine robuste psychologische Konstitution.



Das Magazin „Business Insider“ hat sich eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Studien angeschaut und daraus errechnet, in welchem Alter wir in gewissen Bereichen am besten sind.

Jugend vs. Alter

Körperlich gesehen geht es uns, natürlich, in der Jugend am besten: Muskelkraft ist mit Mitte 20 am höchsten, die Knochendichte um 30. Einen Marathon rennt man bestenfalls mit Ende 20. Aber auch im Schach sind Menschen Anfang 30 am besten und Gesichter können wir uns ebenfalls mit Anfang 30 am besten merken.

Aber das Durchschnittsalter für eine Nobelpreis würdige Entdeckung liegt bei 40, anderer Leute Emotionen verstehen wir mit Anfang 50 am besten. Die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben ist mit Ende 60 am höchsten und auch unser Vokabular ist im Alter am größten, mit Anfang 70. Psychologisch sind wir am zufriedensten mit Anfang 80.

Es geht bergauf

Das Leben geht also mitnichten den Berg runter ab 30. Im Gegenteil, wir können uns auch noch mit 60 auf vieles freuen. Vielleicht helfen ja diese Zahlen uns zu vergegenwärtigen, dass Jugend nicht alles ist. Auch wenn wir in einer Welt leben, in der wir fast täglich damit konfrontiert werden. Überall nur junge Gesichter, Frauen über 35 tauchen in vielen Filmen und Serien gar nicht mehr auf. Zumindest nicht als Hauptdarstellerinnen. Männer dürfen ganz entspannt altern, Frauen nimmt man jede Falte übel. Es ist schwer, diesen Jugendwahn nicht mitzumachen und sich nicht zu fühlen, als würde man mit jedem neuen Lebensjahr irrelevanter.

Es kann aber helfen sich klarzumachen, dass jedes neue Lebensjahr schön ist. Und das Lebenserfahrung ein Gut ist, das man eben nicht kaufen kann. Lebenserfahrung gibt es nicht in Cremetöpfen, nicht beim Beauty-Doc und auch nicht in Form eines Ratgebers. Leben muss gelebt werden. Und je mehr wir erlebt haben, desto größere Chance besteht, mit dem Leben besser zurecht zu kommen. Lässiger zu werden, tapferer und mutiger. Denn wir wissen schließlich: Wir schaffen das. Und das haben wir der Jugend eben auch voraus…

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